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Kunststoffrecycling: Bürger haben Bedenken

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Von: Markus Schwarzkugler

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Voller Saal, viele Fragen: Patrick Scheffzick und Sebastian Baumeister (am Beamer, v. l.) standen Rede und Antwort.
Voller Saal, viele Fragen: Patrick Scheffzick und Sebastian Baumeister (am Beamer, v. l.) standen Rede und Antwort. © SPA

Die neue Recyclinganlage in Thenn stand bei der Ortsteilversammlung in Manhartsdorf im Fokus. Viele Bürger äußerten Bedenken wegen Lärmbelastungen und der Umwelt.

Manhartsdorf – Groß war das Interesse an der Bürgerversammlung für den Wartenberger Ortsteil Manhartsdorf im Schweiger’s Landgasthof. Das hatte vor allem einen Grund: Wie berichtet, plant die Alpha Kunststoff Recycling GmbH eine Recyclinganlage im Thenner Gewerbegebiet. Ein Bürger aus Thenn hatte infolge unseres Berichts aus dem Bauausschuss einen offenen Brief an Bürgermeister und Gemeinderat geschickt, der auch unserer Zeitung zuging. Der Bürger bat darin um Aufklärung, unter anderem hinsichtlich Umweltbelastung und Lärmentwicklung. Und freilich gab es nun auch in der Versammlung ein paar Fragen.

Rede und Antwort standen die Gesellschafter Andreas Schmid, Sebastian Baumeister und Patrick Scheffzick. Das Unternehmen investiert sechs Millionen Euro in die Anlage, die 15 000 Tonnen Kunststoffabfälle pro Jahr, wie sie aus den gelben Sä-cken kommen, für die Wie-derverwertung aufarbeiten soll. Heraus kommen am Ende Spritzgussteile wie Mülltonnendeckel.

Ein Bürger wollte wissen, ob bei der Verarbeitung von Kunststoff, der auf Rohölbasis erzeugt werde, Funkenflug entstehen könne und womit der gelöscht werde. Schmid erklärte, dass das mit Wasser löschbar sei, aber vermutlich Pulver oder Schaum zum Einsatz komme. Darauf folgte die Frage, ob kontaminiertes Wasser aus der Firma in die Umwelt gelangen könne. Das, so versicherte das Trio, werde auf alle Fälle verhindert, man werde dazu seine Hausaufgaben erledigen. Es sei ohnehin wenig Wasser im Spiel, da die Materialreinigung nicht mit Wasser, sondern mit Zentrifugalkraft erfolge.

Die Gesellschafter widersprachen vehement der Aussage, dass es sich um eine neue Art der Verarbeitung oder gar um eine Versuchsanlage handle. Die eingesetzte Technik sei bereits erprobt.

Eine weitere Frage betraf die Verkehrsbelastung. Dem Trio zufolge ist derzeit ein Betrieb in zwei Schichten und später maximal in drei Schichten geplant. Anfangs seien es bis zu acht und später bis zu maximal 14 Lkw-Fahrten am Tag. Die Gesellschafter präsentierten sogar zwei Anfahrtsrouten, Ausreißer wegen Navigationsgeräten könne es freilich geben.

Scheffzick schloss eine gewisse Lärmbelastung nicht aus, aber die werde unter den Richtwerten für Industriegebiete liegen. So werde die Innenseite der Südwand der Produktionshalle noch mit Schallschutzsteinen ausgemauert.

Eine Gefahr giftiger Dämpfe gebe es nicht, da so etwas bei dieser Anlage gar nicht entstehen könne. Hinsichtlich der Baugenehmigung prüfe das Landratsamt Erding sämtliche Belange.

Bürgermeister Christian Pröbst hatte zuvor bekanntgegeben, dass es wegen der Energiekrise und leerer Kassen nun eine Haushaltssperre gebe und alle Beträge über 100 Euro von ihm abgesegnet werden müssten. So werde es heuer zwar auch wieder Christbäume geben, aber nur der Marktplatz werde bis 22 Uhr beleuchtet. Kinder dürfen, wie auch in Langenpreising, Sterne für den Christbaumschmuck basteln.

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