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Unvermittelbar? Das könnten Dobermänner aus Tierheimen in Wartenberg werden, wenn die Hundesteuersatzung bleibt.

Markträtin Heike Kronseder will Thema neu aufrollen

Wartenberg: Hundesteuer ist noch nicht vom Tisch

Die Hundesteuersatzung in Wartenberg sorgte bei einigen Hundehaltern für Unmut. Markträtin Heike Kronseder will das Thema im Gremium nochmal aufrollen.

Wartenberg – Die Hundesteuersatzung wird den Wartenberger Marktrat nach Lage der Dinge noch mal beschäftigen: Heike Kronseder (FW) kündigte der Heimatzeitung entsprechende Schritte an. Erstens habe sie entsetzte Reaktionen von Hundehaltern vorliegen. „Ich bin ja froh, wenn sich Bürger melden und mir sagen, wo der Schuh drückt“, erzählte sie. Und zweitens habe es doch einige Informationsdefizite bei der Beratung gegeben, die leider erst im Nachhinein richtig aufgefallen seien.

So sei mit keinem Wort begründet worden, weshalb die steuersenkende Wirkung eines Wesenstests für Kampfhunde nicht mehr greifen soll. Genau deshalb aber steigt für einige die Hundesteuer jetzt um über 1000 Prozent.

Befürchtung: Tiere werden unvermittelbar

Dass es jetzt doch nicht ganz so dick kommt, wie in der Verwaltungsvorlage noch angestrebt, konnte die Markträtin nur bedingt beruhigen, zumal besagte Reaktionen erst nach der Beschlussfassung bei ihr aufgeschlagen seien. Sodann sieht Kronseder einen wesentlichen Aspekt als nicht hinreichend gewürdigt an: Sogenannte Listenhunde werden in Tierheimen letztlich unvermittelbar. „Was sind denn das für Hunde, die im Tierheim landen? Das sind doch die ganz armen Tiere, deren Halter mit so einem Hund letztlich doch nicht zurecht kommen.“ Wenn dann auch noch so eine Steuer erhoben wird, verbringen diese Tiere den Rest ihres Lebens im Tierheim, so die Befürchtung.

Sodann hätte die Rätin gern den Begriff Kampfhund stärker problematisiert gesehen: „Jeder Hund kommt als lieber Hund auf die Welt. Das Wesen macht der Besitzer“, sagte sie: „Was der Mensch daraus macht, das ist ein Kampfhund.“

Satzung tritt erst 2021 in Kraft

Damit griff sie eine Wortmeldung in der Beratung im Gremium auf: „Das größere Problem ist am anderen Ende der Hundeleine“, hieß es dort. Kronseder deutete jedenfalls in dem Gespräch an, dass sie am liebsten die ganze Kampfhunde-Passage in der Satzung gestrichen sehen würde: „Jeder Hund macht gleich viel Arbeit für einen Ort.“

Jedenfalls sehe sie genügend Gesichtspunkte, die eine erneute Beratung rechtfertigen, meinte sie auf die Frage, wie sie diese erneute Aufnahme auf die Tagesordnung begründen möchte. Immerhin habe der Gesetzgeber da einige Hürden eingebaut und hatte gute Gründe dafür. Die Rätin ist guter Dinge: „Die Satzung tritt ja erst 2021 in Kraft. Wir haben also noch Zeit, uns das noch mal anzuschauen, und das sollten wir auch tun.“

Klaus Kuhn

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