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Eingerüstet sind die Altäre der Pfarrkirche Mariä Geburt in Wartenberg. Für 140 000 Euro muss die Ausstattung nach einem Vandalismusschaden einer „überbrückenden Pflegemaßnahme“ unterzogen werden. 

Pflegemaßnahmen haben begonnen

Neustart nach dem Feuerlöscher-Schock in der Wartenberger Pfarrkirche

Der große Vandalismusschaden in der katholischen Pfarrkirche Mariä Geburt in Wartenberg von vor über einem Jahr, bei dem Jugendliche mit einem Feuerlöscher von der Empore herunter gesprüht hatten, wird jetzt auch bei der künstlerischen Ausstattung behoben. Ursula Maria Hinterberger von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats in München schreibt auf Anfrage der Heimatzeitung, dass die Maßnahme bis Ende des Jahres dauern und insgesamt Kosten von rund 140 000 Euro verursachen werde.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Allerdings dürfen, wie sie klarstellt, diese Beträge nicht alle dem Vandalismusschaden zugerechnet werden, auch wenn dieser den Anlass für diese „überbrückende Pflegemaßnahme“ darstelle. „Mit einer Reinigung ist es nicht getan. Bei dieser Gelegenheit müssen auch gleich die Fassungsschäden, also die Schäden an der Farbigkeit der Oberflächen in Form von Rissen und abplatzender Farbe mitbehandelt werden.“

Hinterberger bestätigt ausdrücklich, was schon unmittelbar nach dem Vorfall deutlich geworden ist: „Der Staub des Feuerlöschers ist leider sehr schädlich für die Fassungen.“ Unter Fassungen verstehen die Fachleute in erster Linie die Bemalungen, aber auch Vergoldungen.

Das Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung der öffentlichen Versicherer stützt in einer nicht speziell auf Wartenberg bezogenen Veröffentlichung die Kirche bei etwaigen Ansprüchen an die Verursacher: „Die feinen Stäube gelangen in jede kleine Öffnung und sind schwer wieder loszuwerden.“ Das Institut sieht die Notwendigkeit für „eine aufwändige Restaurierung des Gotteshauses mit dessen zahlreichen wertvollen Gemälden und Skulpturen“ nach Einsatz eines Pulverlöschers – in diesem Fall bei einem echten Brand.

Die Feuerwehr Wartenberg, aber auch ehrenamtliche Putzkolonnen haben, so gut es ging, den gröbsten Dreck weggesaugt oder gewischt. Aber die Freiwilligen kamen längst nicht überall hin, und auch die Orgel hat massiv gelitten. Als vor allem das finanzielle Ausmaß der Schäden deutlich wurde, gab es etliche Aktivitäten, um Spenden für die Sanierung zu akquirieren. Kirchenpflegerin Gabriele Blechinger nahm zu den Kosten gegenüber der Redaktion Stellung: „Wir sind da noch in Verhandlungen, darum kann und werde ich jetzt auch noch keine konkreten Zahlen nennen.“ Richtig sei, dass die Verursacher in Haftung genommen werden müssten, nicht zuletzt, weil auf Ordinariatsseite das Geld auch nicht mehr werde. „Der Unmut in der Gemeinde ist groß, dass hier überhaupt etwas an der Pfarrei hängen bleiben soll.“

Begonnen haben jetzt die Arbeiten auf der rechten Seite der Kirche, nach und nach werden alle Altäre und die Kanzel behandelt. Dazu müssen alle Altäre auch eingerüstet werden. Die Antwort des Ordinariats auf die Anfrage unserer Zeitung macht aber auch deutlich: Die wirkliche Sanierung steht noch aus. Die Pfarrei hat in einer Veröffentlichung mitgeteilt, dass das Platzangebot in der Kirche erhalten bleiben werde. Den Auftrag für die Arbeiten habe das Unternehmen Neubauer bekommen. Durch das Gerüst komme es zu gewissen Beeinträchtigungen, für die man um Verständnis bitte.

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