+
Frühstückstisch als Arbeitsplatz: Auch für einen großen Teil des Wartenberger Rathaus-Personals ist das in Corona-Zeiten Alltag.

So läuft der Alltag in der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg

Rathaus-Arbeit im Homeoffice: Geht das?

Schichtbetrieb im Wartenberger Rathaus: Ein Teil der VG-Mannschaft ist im Homeoffice, der andere im Büro am Marktplatz in Wartenberg. Wir blicken auf einen Alltag in der Gemeindeverwaltung, der sich coronabedingt verändert hat.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Das Personal wechselt seinen Standort immer wochenweise. Ob das allerdings angesichts des bereits öffentlich gewordenen Platzmangels im Rathaus eine Zukunftslösung ist, muss noch diskutiert werden. Verwaltungsleiter Werner Christofori jedenfalls könnte sich das im Sinne der Familienfreundlichkeit vorstellen, sieht aber auch die Nachteile: Wer mit Parteienverkehr direkt zu tun hat, sollte nach Möglichkeit im Rathaus sein.

Josef Straßer, Langenpreisinger Bürgermeister und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft, berichtet, dass die VG Hard- und Software für die Mitarbeiter stelle, die von daheim aus arbeiten. Die Telefonnummern im Rathaus würden umgestellt. Die neue Telefonanlage, die erst vor kurzem beschafft worden sei, schaffe ein Höchstmaß an Sicherheit. „Wir haben da eine Softwarelizenz, die verhindert, dass beim Kunden dann die Privatnummer des Mitarbeiters angezeigt wird“, sagt Straßer. „Wir wollen ja nicht, dass dann – was weiß ich? – um Mitternacht jemand bei den Rathausmitarbeitern privat anruft.“ Auf diese Maßnahme zum Schutz des Personals habe man Wert gelegt.

Nicht immer sei die Verbindung einwandfrei. Es könne schon mal vorkommen, dass sofort zu merken sei, dass die rechte Hand des Bürgermeisters gerade im Homeoffice arbeite. Straßer: „Ja, es gibt Bereiche, da hängt es etwas, da kommen die Anrufe dann am Handy an.“

Aber sonst funktioniere alles gut, mit einer Ausnahme: „Im Einwohnermeldeamt klappt das nicht. Ich kann dem Kunden ja schlecht sagen, dass er in die Kreuzstraße kommen soll.“ Auch im Bauamt sei immer nur die halbe Mannschaft da, die andere daheim am Schreibtisch. „Wichtig ist, dass der Betrieb läuft“, so Straßer. Das sei gewährleistet.

Christofori bestätigt das, räumt aber auch technische Schwierigkeiten ein. „Ja, wir arbeiten daran. Wir haben schon festgestellt, dass es manchmal auch an der Handysoftware oder am Hersteller liegt.“ Es werde bereits über Telefonie per Laptop nachgedacht, was allerdings einen Kostenaufwand für die Software bedeute.

Angesprochen auf den drohenden Platzmangel im Rathaus, der bereits zu ersten Hinweisen auf bauliche Maßnahmen geführt hat (wir berichteten), sagt Christofori, dass teilweises Homeoffice eine denkbare Lösung sei, von der man sich aber nicht zu viel versprechen dürfe. Dass Bürgernähe letztlich digital nicht richtig gehe, spreche einfach dagegen. Besprechungen via Video-Konferenz dagegen könnten zum Thema werden, und das werde zunehmen: „Es macht ja keinen Sinn, einen Architekten für eine halbe Stunde aus München her zu bitten.“ Die Digitalisierung werde zunehmen, auch wenn diese den persönlichen Kontakt nicht ersetzen könne und werde. Gleichwohl: „Wir wissen ja nicht, was nach Corona kommt“, sagt Christofori.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare