+
Vollauf zufrieden: die Mitglieder des Vereins Wittelsbacher Jagdhaus mit Heike Kronseder und Norbert Hartmann (stehend, v.  l.). 

Zweck erfüllt

Verein Wittelsbacher Jagdhaus steht vor Auflösung

Die Auflösung steht vor der Tür. Aber alles halb so dramatisch, denn der Verein hat seinen Zweck erfüllt. Denkbar wäre eine Integration in den Kulturmarkt Wartenberg.

Wartenberg – Darüber spekuliert worden ist schon lange, jetzt wird es konkret: Der Verein „Wittelsbacher Jagdhaus“ steht vor der Auflösung, allerdings aus dem wahrscheinlich schönsten Grund, den ein Verein dafür angeben kann: „Wir sind ein Verein, der seinen Vereinszweck erfüllt hat“, formulierte es Vorsitzender Norbert Hartmann in der kurzen Hauptversammlung genau in dem Saal, dessen Existenz wesentlich auf ihn und diesen Verein zurückgeht: der Wittelsbacher Saal im Alten Schulhaus.

Dritter Bürgermeister Christian Pröbst fand in seinem Grußwort gar die Formulierung, Hartmann sei letztlich der „Papa“, wiederholte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung, dass ohne ihn der Markt Wartenberg in Sachen „Altes Schulhaus“ noch nicht so weit wäre. „Jetzt ist es wirklich fertig“, so Pröbst. Erst in den vergangenen Tagen sei die Möglichkeit einer Verdunkelung angebracht worden, eine Sache, die bei Vortragsveranstaltungen mit Lichtbildern als hilfreich angesehen wurde.

Freundliche Übernahme durch Kulturmarkt Wartenberg?

Aber so ganz verschwinden will der Verein nicht. Hartmann dachte in der Versammlung laut darüber nach, was auch schon hinter vorgehaltener Hand mehrfach diskutiert worden ist: eine Art freundliche Übernahme durch den Kulturmarkt Wartenberg. Vorstellen kann sich Hartmann die Bildung einer Arbeitsgruppe oder dergleichen unter dem Dach des Kulturmarkts. Dann könnten die am Wittelsbacher Jagdhaus interessierten Mitglieder ihre Arbeit fortsetzen, ohne die Strukturen eines Vereins aufrecht erhalten zu müssen.

Heike Kronseder wies im Gespräch mit der Heimatzeitung darauf hin, dass viele Mitglieder in beiden Vereinen aktiv seien, und beide Vereine letztlich dasselbe Ziel verfolgen. Anwesend in der Versammlung war die 2. Vorsitzende vom Kulturmarkt, Jutta Paulini. Sie meinte auf Nachfrage: „Abgesprochen ist noch nichts“, sprach aber davon, dass man über einen solchen Schritt nachdenken könne und wolle. Dass es Hartmann ernst meint, kam schon beim ersten Satz der Begrüßung heraus: „Das ist unsere vorletzte Jahreshauptversammlung.“ Damit steht sein Zeitplan ziemlich fest.

Was mit dem Vereinsvermögen geschehen soll, muss noch geprüft werden

Kassiererin Heidi Menzel tat sogar, was in der freien Wirtschaft üblich ist. Übernahmekandidaten werden mit möglichst guten Zahlen präsentiert. Das gelang bestens: „Wir haben etwa 11 000 Euro in der Kasse.“ Ob es vereinsrechtlich möglich ist, die Kasse praktisch mitzunehmen, ist eine der vielen Fragen, die noch zu klären sind, denn das Schicksal des Vereinsvermögens im Fall der Selbstauflösung ist in der Satzung geregelt.

Aber ein bisschen was will der Verein noch machen: Erstens hat er Veranstaltungen in dem Saal vorbereitet, die natürlich alle stattfinden sollen. Pröbst dankte im Voraus für diese Beiträge. Sodann steht ja die Gedenktafel noch nicht, die der Verein, wie berichtet, vor dem Haus aufstellen will, und für die er sich auch schon das Placet des Marktgemeinderats geholt hat. Auf dieser Tafel soll es einen Abriss über die Geschichte des Haues geben. Über Standort und Gestaltung wird noch beraten.

Klaus Kuhn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Am Flughafen München haben Zollbeamte zwei Türkinnen kontrolliert. Insgesamt neun Gepäckstücke stellten die Beamten sicher und dürften nicht schlecht gestaunt haben.
Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Hubertus Fraunberg: Neuer Vorstandsposten und eine Rüge vom Gauschützenmeister
Hubertus-Vorsitzender Gerhard Zehetner hat seine erste Amtszeit perfekt gemeistert. Nach der einstimmigen Wiederwahl von ihm und seinem Vize Günther Eschbaumer in der …
Hubertus Fraunberg: Neuer Vorstandsposten und eine Rüge vom Gauschützenmeister
Moosinnings CSU-Bürgermeisterkandidat Manfred Lex: „Es gibt einen Weg, oder wir machen einen“
Entschlossen und souverän präsentierte Manfred Lex, Bürgermeisterkandidat der CSU Moosinning,  sein Wahlprogramm. Der 64-Jährige hat klare Ziele für die Gemeinde. 
Moosinnings CSU-Bürgermeisterkandidat Manfred Lex: „Es gibt einen Weg, oder wir machen einen“
Berglerns Bürger-Solarkraftwerk: Wer macht mit?
Altbürgermeister und Ehrenbürger Herbert Knur war der Erste: Er griff sich eines der Formulare, die Helmut Babinger mitgebracht hatte, um abzuklopfen, wie viele …
Berglerns Bürger-Solarkraftwerk: Wer macht mit?

Kommentare