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Einstimmig abgelehnt wurde diese Reitanlage im zuständigen Ausschuss des Wartenberger Marktgemeinderats. Das Luftbild, in das die Planung einbelichtet wurde, dokumentiert die Größenverhältnisse. 

Wartenberger Bauausschuss senkt den Daumen 

Keine Chance für Reiterhof

Ein Reiterhof mit 40 Pferden, einer Reithalle vom Turniermaß 60 mal 20 Metern, einem Heulager, einem Betriebsleiterwohnhaus – und das alles in recht mondänem Stil an einer exponierten Stelle wie Schachtelberg direkt an der Lindenallee? Der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss des Wartenberger Marktgemeinderats senkte in seiner Sitzung am Montag einstimmig den Daumen. Bürgermeister Christian Pröbst hat jetzt die undankbare Aufgabe, das den Investoren zu erklären.

VON KLAUS KUHN

Schachtelberg – Der Ausschuss war nicht einmal bereit, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine derart große Nutzung in dem Bereich anzuleiern. Pröbst hatte aber auch schon im Vortrag der Verwaltung von „gemischten Reaktionen“ gesprochen, und diese wiederum hatte Theresa Wannisch von der Bauverwaltung sauber gegliedert mit Vor- und Nachteilen aufgelistet.

Die Liste der Nachteile war klar länger: Umweltrechlich ist die Planung so auf gar keinen Fall machbar, denn ihre Realisierung würde die Lindenallee in diesem Bereich kaputtmachen. Die Lindenalle ist eine Kreisstraße, und da gilt ein Anbauverbot. Auch das findet sich in dem ersten Entwurf nicht wieder. Die im Höchstfall 40 Reiter in der Umgebung würden eine erhebliche Unruhe in den Wald bringen, das Wild vergrämen und dann erhöhten Verbissschaden provozieren, so die weitere Befürchtung.

Hinzu kommt das Thema Verkehrssicherheit, denn es ist erheblicher Kreuzungsverkehr zu befürchten. Die Planer hatten nämlich das Heulager auf die andere Seite der Straße verlegt. Immerhin: Es gibt dort eine Bushaltestelle. Nicht schlecht auf dem Papier für junge Reiter. Die Frage, wie oft dort ein Bus hält, wurde in der Sitzung nicht gestellt.

Wannisch stellte aber auch eine „erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ fest. Das war ein Punkt, den Franz Ganslmaier (FWG) zum Thema machte, hatte er doch ausgerechnet, dass die Gebäudefront zur Straße hin volle 100 Meter ausmachen würde. Er stellte – ganz der Kreisbrandmeister – die Frage, wie der Brandschutz sichergestellt werden könne.

Durch die Bank herrschte die Meinung vor, das Vorhaben an dieser Stelle sei eindeutig zu groß, zu wuchtig, einfach niemals passend. Nikolaus Hintermaier (FDP) stieg tiefer ein und zog einen Vergleich mit anderen Anlagen, die nach seinen Erkenntnissen weniger Pferde hätten, dafür aber mehr Platz für die Tiere.

Bürgermeister Christian Pröbst versuchte noch, herauszufinden, ob das Gremium sich mit einer kleineren Lösung anfreunden könnte. Rückmeldung kam vor allem von Dominik Rutz (Grüne): Es werde nicht viel mehr werden können als das, was schon da sei.

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