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Bei der Eröffnung eines Familienstützpunkts in Fürstenfeldbruck herrschte Freude. So weit wird es in Langenpreising nicht kommen.

Einstimmiger Beschluss

Wartenberger Marktrat hält am Familienstützpunkt fest - und ärgert sich über die Nachbarn

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Auf wenig Gegenliebe stößt ein Beschluss des Langenpreisinger Gemeinderats bei den VG-Kollegen des Wartenberger Marktrats. Wie berichtet, sind die Preisinger vom Konzept eines Familienstützpunkts abgesprungen, unter anderem, weil ihnen die Vertragslaufzeit von drei Jahren zu lang, also zu riskant ist. Der Markt wird jedoch an einem solchen Stützpunkt festhalten, auch wenn das für ihn mehr Kosten zur Folge hat.

Wartenberg – Für den Stützpunkt muss eine sozialpädagogische Fachkraft für zehn Stunden die Woche angestellt werden. Da sich Langenpreising nun nicht beteiligen wird, zahlt der Markt die vollen 1300 Euro brutto. Ein halbes Jahr lang gebe es aber einen Zuschuss, weshalb es erst mal nur 1000 Euro seien, erklärte 3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU). „Wir sind ein Kleinzentrum und könnten einen Familienstützpunkt schon vertragen“, befand er.

Josef Sedlmaier (CSU) wetterte in Richtung der Nachbarn: „Es ist sehr schade, wenn wir schon eine VG sind, dass da keine Unterstützung kommt.“ Bekanntlich sind auch die Berglerner nicht am Start. Der Gemeinderat dort sieht bei seinen Bürgern eher die Tendenz, nach Erding zu fahren als nach Wartenberg.

„Die Hürde des Schickens nach Erding ist relativ groß“, sagte Isabell Haindl (CSU) dagegen in Bezug auf die Wartenberger. Einen Stützpunkt vor Ort hält die Leiterin des Wartenberger Pfarrkinderhauses für sinnvoll. „Das ist nicht nur eine Erziehungsberatungsstelle, sondern hat auch Lotsenfunktion“, meinte sie. Der Stützpunkt biete „große Vernetzungen“.

Der Familienstützpunkt, den das Landratsamt in Zusammenarbeit mit den Kommunen anbietet, besteht aus zwei Bausteinen. Zum einen ist er eine für die Bürger vor Ort gut erreichbare Informationsstelle, bei dem Fragen zum Thema Familie geklärt werden. Das können finanzielle Fragen sein, aber auch, wie man an etwa eine Tagesmutter kommt. Die Informationsstelle hat zudem eine „Lotsenfunktion“, zum Beispiel, wenn Eltern auf der Suche nach einem Zeltlager für ihre Sprösslinge sind. Zum anderen dient der Stützpunkt als Kontakt- und Begegnungsstätte für Familien.

Markus Straßberger (CSU) meinte: „Ich bin stark dafür“, dass wir das machen. Wenn die Nachfrage nicht so groß sei, könne man das Projekt ja nach drei Jahren auslaufen lassen. Wenn es aber von Erfolg gekrönt sein sollte, „wird Langenpreising früher oder später mitmachen“, war sich Straßberger sicher.

„Gibt es eine Ausstiegsklausel, wenn sich ein Jahr lang nichts tut?“, fragte Michael Paulini (SPD). Das musste Pröbst verneinen. Er meinte allerdings auch, dass in einem solchen Fall das Landratsamt wohl verhandlungsbereit wäre. Eventuell könne man dann ja den Schwerpunkt anders setzen und sich etwa auf die Flüchtlingshilfe fokussieren, schlug Haindl vor. „Das sind ja Sozialpädagogen“, sagte sie.

Einstimmig hielt das Gremium am Stützpunkt, der im Bürgerhaus unterkommen soll, fest. Grünes Licht hat es auch in Dorfen, Taufkirchen und Forstern gegeben. In ein paar Monaten soll es für die vier Standorte losgehen.

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