Urkunde vom Minister: Da macht den Mädchen und Buben des Wartenberger Pfarrkinderhauses das Schaufeln auf dem Spielplatz gleich noch mehr Spaß.
+
Urkunde vom Minister: Da macht den Mädchen und Buben des Wartenberger Pfarrkinderhauses das Schaufeln auf dem Spielplatz gleich noch mehr Spaß.

Ehrung fürs Pfarrkinderhaus

Umweltminister zeichnet Wartenberger Ökokids aus

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
    schließen

Ökologie und Nachhaltigkeit sind Themen, die gerade die jüngeren Generationen in Zukunft noch intensiver befassen werden als das heute schon der Fall ist. Entsprechend gut aufgestellt ist man im Pfarrkinderhaus in Wartenberg. Auch im zu Ende gegangenen Jahr hat es sich unter dem Motto „Ein nachhaltiges Corona-Jahr“ bei der Aktion „Ökokids“ des bayerischen Umweltministeriums beworben – und wurde dafür ausgezeichnet.

Wartenberg – Zum zehnjährigen Jubiläum hat Umweltminister Thorsten Glauber kürzlich 149 Kitas aus ganz Bayern mit dem Titel „Ökokids – KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT“ geehrt. Eine Jury hatte über die Vergabe entschieden. Coronabedingt gab es keine offizielle Verleihung der Urkunden. Carmen Günnewig, Projektleiterin vom Landesbund für Vogelschutz, teilt aber mit, dass trotz sehr schwerer Bedingungen und der teilweisen Schließungen der Kitas spannende Projekte entstanden seien, die sich durch Kreativität und Spontaneität auszeichneten.

Begonnen hat das Wartenberger Projekt bereits im September 2019 mit der Schöpfungsgeschichte, die den Kindern zum Beispiel mit Liedern, Erzählungen oder Bastelarbeiten nähergebracht wurde. „Damit die Kinder die Schönheit des Waldes und der Natur im Jahreskreislauf erleben können, haben alle Kindergartengruppen den wöchentlichen Waldtag nach der Eingewöhnungsphase eingeführt“, berichtet stellvertretende Einrichtungsleiterin Marion Neuhof. Im Oktober sei dann der Opa eines Kindes mit seiner Apfelsaftpresse zu Besuch gewesen. Dabei ging es freilich auch um die Saftherstellung.

Im November folgte das sogenannte Upcycling: „Sowohl die Laternen als auch die gebastelten Beiträge für den Adventsbasar wurden aus Recyclingmaterialien hergestellt. Da gab es zum Beispiel Vogelfutterhäuschen aus alten PET-Flaschen, Geldbeutel aus Milchtüten, Schneemänner aus Kronkorken oder Bienenwachstücher als Alternative zur Frischhaltefolie“, berichtet Neuhof.

Zur Faschingszeit entstanden bunte Girlanden aus Joghurtbechern. Daraufhin begannen alle Gruppen mit dem großen Thema Müll. „Die Müllarten und die dazu gehörige Entsorgung wurden besprochen“, so Neuhof. Die Kinder hätten auf ihren Spaziergängen Müll gesammelt und fachgerecht entsorgt. Der geplante Besuch eines Müllautos habe aufgrund der Kita-Schließung dann aber abgesagt werden müssen.

Zudem wurde die Elternpost auf E-Mail-Verkehr umgestellt, um Papier und Patronen für den Drucker zu sparen. „Außerdem haben wir eine Sammelstelle für verbrauchte Toner- und Druckerpatronen angeboten, damit diese recycelt und nicht im Restmüll entsorgt wurden“, sagt die stellvertretende Leiterin. Auf dem Flur entstand zudem ein Büchertauschregal. Hier können Familien Bücher hineinstellen, die sie nicht mehr brauchen, und im Gegenzug ein anderes Buch mitnehmen.

„Im Zuge des Lockdowns wollten wir die Kinder und Familien mit unserem Anliegen der Nachhaltigkeit weiter begleiten. Der Startschuss hierfür erfolgte am Tag der Erde am 22. April. Die Kinder erreichte per E-Mail ein persönlicher Brief mit dem Aufruf, einen kleinen Beitrag für unsere Erde zu leisten. Angefügt haben wir Beispielvideos und verschiedene Ideen zur Umsetzung“, berichtet Neuhof. Unter dem Motto „Wenn jeder was Kleines macht, können wir gemeinsam was Großes bewegen“ habe das Team des Pfarrkinderhauses die Familien aufgefordert, Fotos zu schicken. „Daraus entstand eine bunte Fotocollage.“

In den zehn Jahren der Aktion „Ökokids“ sind bisher 1200 Projekte über die Bühne gegangen, über 50 000 Kinder waren daran beteiligt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare