Weiterhin zu sehen sein darf das Gemeindewappen (links oben) auf der Webseite des Testzentrums.
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Weiterhin zu sehen sein darf das Gemeindewappen (links oben) auf der Webseite des Testzentrums.

Verwendung des Gemeindewappens auf Internetseite genehmigt – In der Vergangenheit war das schon mal anders

Wartenberger Testzentrum darf den Drachen nutzen

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Ein Drache prangt auf dem Wappen von Wartenberg. Einfach so verwenden darf man es nicht – sonst ist Feuer unterm Dach, auch ohne, dass der Drache selbst es speien würde. Der DLRG-Ortsverband ist beispielsweise einmal gescheitert mit seinem Antrag, das Wappen auf sein Einsatzfahrzeug aufbringen zu dürfen. Nun hatte der Marktrat in einem ähnlichen Fall zu entscheiden.

Wartenberg - Auf der Homepage des Corona-Testzentrums der beiden Wartenberger Apotheken ist das gemeindliche Wappen zu sehen. In diesem Fall hat das Gremium nun einstimmig die Nutzungserlaubnis erteilt.

Das Testzentrum befindet sich in den gemeindlichen Räumlichkeiten an der Thenner Strasse 5, die die Johanniter, die DLRG und die Flüchlingshilfe für gewöhnlich nutzen. Da die Betreiber des Zentrums die Apotheken sind, wird das Wappen in diesem Fall von Dritten genutzt. Und dafür braucht es, so das Gesetz, eine Genehmigung der Gemeinde.

Die Gemeindeverwaltung erklärt dazu: „Wappen und Fahnen der Gemeinden genießen Schutz bereits durch bundesrechtliche Vorschriften sowie die Vorschriften des Markenrechts.“ Laut Gesetz könne die Gemeinde einem Dritten vertraglich die Gebrauchsbefugnis einräumen – auch gegen Entgelt, was in Sachen Testzentrum aber nicht der Fall ist.

Die Kommune hat keine Bedenken: „Angesichts der Unterstützung des Marktes Wartenberg zur Einrichtung und zum laufenden Betrieb des Testzentrums kann das Wappen als Dokumentation für diese Unterstützung verwendet werden.“ Nachdem das Zentrum pandemiebedingt nicht auf Dauer angelegt sei, solle die Genehmigung zeitlich befristet werden auf den Zeitraum, in dem das Zentrum in Betrieb sei.

Diskussionsbedarf hatten die Räte vor ihrer Abstimmung nicht. Das sah damals, im Oktober 2018, in besagtem Fall der DLRG anders aus. Der damalige Bürgermeister Manfred Ranft betonte, dass das Wappen ein Hoheitszeichen sei, mit dem man sparsam umgehen müsse. Das Fahrzeug der DLRG sei schließlich nicht wie die Autos der Feuerwehr unter dem Dach der Gemeinde unterwegs. „Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund dafür“, sagte Ranft. „Dann könnte man das Wappen auch auf die Fahrzeuge von Johannitern und Rotem Kreuz tun.“ Damit würde man die „Systematik durcheinanderbringen“.

Das Wartenberger Wappen zeigt übrigens einen gelben Drachen im roten Halbrundschild. Es stammt vom Drachenrelief der Nikolauskapelle. Der heutige Entwurf kommt vom Münchner Heraldiker Emil Werz (1885–1957). Unter einem Heraldiker versteht man einen Wappenkünstler.  

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