Auf seinen Zustand untersucht wird unter anderem auch das alte Zollhaus am Nikolaiberg.
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Auf seinen Zustand untersucht wird unter anderem auch das alte Zollhaus am Nikolaiberg.

Sanierungsberatung: Ideen von Seniorenwohnen über Rathauserweiterung bis Gastronomie

Wartenbergs alte Gemäuer sollen aufblühen: Viele Ideen gibt‘s bereits

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Wie lässt sich der Bereich am und unweit des Marktplatzes sinnvoll aufwerten? Fünf alte Gebäude hat die Marktgemeinde dafür im Visier, es gibt diverse Nutzungsmöglichkeiten.

Wartenberg - Stellt sich aber die Frage: Lohnt es sich überhaupt, die Häuser zu sanieren, oder ist ihr baulicher Zustand schon zu schlecht dafür? Darüber soll eine Sanierungsberatung Aufschluss geben. Der Marktrat hat einstimmig beschlossen, dass sie ausgeschrieben wird.

Bei den fünf Gebäuden handelt es sich um die alte Bäckerei und das ehemalige Wirtshaus Siebenbürger am Marktplatz. Wie diese beiden liegen auch die drei Gebäude an der Nikolaibergstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander: die Obdachlosenunterkunft, der alte Eiskeller der Brauerei und das alte Zollhaus. Drei Liegenschaften befinden sich in der Hand des Marktes, die Eigentümer der beiden weiteren sind für eine Überplanung offen und haben sogar eine Beteiligung an den Kosten zugesagt. Das berichtete Stadtplanerin Astrid Weisel, die dem Marktrat die Ausschreibung erläuterte.

Das ehemalige Gasthaus Siebenbürger mit Pension hat die Marktgemeinde vor ein paar Monaten gekauft. Es ist eines von fünf Gebäuden, die im Rahmen einer Sanierungsberatung demnächst auf ihre Substanz untersucht werden. Es geht darum, zu klären, ob eine Sanierung noch wirtschaftlich ist und welche Nutzungsmöglichkeiten in Frage kommen.

Sie stellte klar: „Grundsätzlich sind die Lage am Hang, die städtebauliche Struktur der Gebäude sowie die Kubatur und Stellung zum Marktplatz ortsbildprägend.“ Die Gebäude seien zwar denkmalrechtlich nicht geschützt, „in ihrer Größe, Stellung und Ausrichtung bilden sie jedoch sehr gut den alten Ortskern des Marktes Wartenberg ab und sind daher identitätsstiftend“, so Weisel.

Entwickeln will der Markt das Areal mit Unterstützung der Städtebauförderung, gegebenenfalls auch der Wohnraumförderung. „Bezogen auf die Bausubstanz kann derzeit nicht beurteilt werden, ob ein Erhalt der Gebäude wirtschaftlich sinnvoll ist“, sagte die Planerin. Aus Gründen wie beispielsweise Brandschutz stünden einige Häuser leer, weitere seien einsturzgefährdet.

Laut Weisel sollen am Nikolaiberg Angebote angesiedelt werden, die dem beengten Raum gerecht werden und die Ortsmitte stärken. Die Planerin sprach von einem „attraktiven räumlichen Abschluss“ des Marktplatzes.

Wenn die Gebäude einmal auf Vordermann gebracht worden sind, ist für ihre Nutzung einiges möglich. Als Beispiele nannte Weisel seniorengerechtes Wohnen, Tagespflege oder Seniorencafé, die Erweiterung des Rathauses gegebenenfalls mit multifunktionalem Saal, die Erweiterung oder Umverlegung der Bücherei, Einzelhandel, Gastronomie oder eine Tiefgarage im Hang.

Fünf Fachbüros sollen bezüglich eines Angebots angeschrieben werden. Die Ausschreibung der Sanierungsberatung erfolgt in drei Leistungsstufen. In der ersten geht es unter anderem um die augenscheinliche Zustandsbewertung und um die Frage, ob das Gebäude überhaupt erhalten werden soll. Leistungsstufe zwei sieht Bodengutachten und die Beurteilung der Hangsituation vor, dazu eine Schadstoff- und Altlastenuntersuchung. Lohnt es sich, etwas zu unternehmen, kommt optional die dritte Stufe hinzu – die vertiefte Substanzbewertung. Sanierung oder Ersatzneubau, (Teil-)Abriss, Kosten, Aufwand, Ertrag und welche Nutzung überhaupt? Unter anderem um diese Fragen ginge es dann.

Zwei bis drei Monate könnte es dauern, bis Ergebnisse vorliegen. Das schätzte Bürgermeister Christian Pröbst auf Nachfrage von Martin Hamberger (beide CSU). Für die Angebotsabgabe müsse man den Büros zunächst vier Wochen Zeit geben, erklärte Weisel.

Martina Scheyhing (Grüne) erkundigte sich nach den Kosten für die Sanierungsberatung. Laut Planerin ist das stark abhängig davon, ob die dritte Leistungsstufe zur Anwendung kommt. Pröbst wurde genauer und sagte: „70 000 bis 80 000 Euro stehen im Raum.“ 60 Prozent Förderung seitens der Regierung von Oberbayern sind laut Bürgermeister drin, und die Eigentümer würden eben auch mitzahlen. Für den alten Brauerei-Eiskeller liege bereits ein Gutachten vor.

Mit dem zuständigen Büro soll es eine gemeinsame Ortsbegehung mit Gemeindevertretern geben. Präsentationen inklusive Diskussion im Gemeinderat werden folgen, genauso wie diverse Fachgespräche, unter anderem mit den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke.

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