„Kinder haben sich ganz viel Mühe gegeben“, so Bürgermeister Christian Pröbst, und den Christbaum mit Wunschsternen geschmückt.  Foto: Roland Albrecht
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„Kinder haben sich ganz viel Mühe gegeben“, so Bürgermeister Christian Pröbst, und den Christbaum mit Wunschsternen geschmückt.

Pröbst: „Von der einen Seite schaut er gut aus“

Wartenbergs Fichte sorgt für Lacher

  • vonMayls Majurani
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In Wartenberg steht, nun ja, ein „besonderer“ Christbaum. Der Bürgermeister nimmt es aber mit Humor.

Wartenberg – Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. „Gott sei Dank“, denken sich die meisten Menschen. Es war sicherlich nicht das beste Jahr, das Wartenberg, der Landkreis oder auch die Welt erlebt haben. Zum Jahresabschluss zaubert Wartenberg seinen Bürgern aber noch ein Lächeln ins Gesicht. Denn: der „greisligste Christbaum der Region“ ist offenbar die Fichte auf dem dortigen Marktplatz. So sieht es zumindest der Sender Radio Arabella, der seine Hörer vor einigen Wochen dazu aufrief, Vorschläge zu machen. Fotos von vier verschiedenen Bäumen seien eingegangen, vom Wartenberger Baum sogar mehrfach. Klarer Sieger der Aktion sei daher dieser, heißt es auf Nachfrage.

„Greislig“ oder „hässlich“, diese Wörter will August Groh nicht benutzen. Der Vorsitzende des Wartenberger Gartenbauvereins sagt lieber „ein besonderer Baum“, und lacht. „Jeder Baum hat seinen eigenen Charme. Und Schönheit ist sowieso eine Geschmackssache. Der eine sagt so, der andere so.“ In der Vergangenheit hatte Wartenberg auch schon unansehnlichere Bäume, ist sich der Fachmann sicher.

„Ich habe schon von einigen Bürgern auf Facebook gelesen, dass wir den wahrscheinlich hässlichsten Christbaum der Region haben“, sagt Bürgermeister Christian Pröbst. „Dass wir auch der Sieger einer Radio-Aktion sind, wusste ich aber nicht.“ Die gute Laune lässt er sich davon nicht nehmen. „Mit diesem Baum haben wir mehr Aufmerksamkeit bekommen, als andere Gemeinden mit wesentlich schöneren Bäumen“, erzählt er schmunzelnd. Von Hässlichkeit will auch er nicht sprechen: „Von der einen Seite schaut er ganz schön aus.“ Dann stockt er kurz und ergänzt mit einem Lachen: „Von der anderen Seite halt ein bisschen weniger.“

Ein hässlicher Baum steht auch in der österreichischen Hauptstadt Wien. Dort hatte die Verwaltung aber die Idee, den Baum mit 150 zusätzlichen Ästen aufzupeppen. Danach gefragt, erzählt Pröbst: „Sowas hatten wir gar nicht nötig, unsere Kinder haben sich ganz viel Mühe gegeben und ihn meiner Meinung nach ausreichend verschönert.“ Die kleinen Bürger aus den Kindertagesstätten des Markts haben mit Hilfe des Bauhofs Wunschsterne am Christbaum angebracht.

Seinen Spaß hat der Marktchef mit dem Baum wohl trotzdem: „Der passt ja auch irgendwie zum Jahr. Und er sorgt für gute Laune. Die Leute machen teils einfallsreiche Witze darüber, und das Lachen haben wir zur Zeit wirklich nötig“, erzählt er.

„Im Grunde geht es ja nicht darum, wie schön der Baum ist, sondern, dass er da ist“, sagt Gartlerchef Groh. Denn ein Marktplatz ohne Christbaum sei kein Marktplatz. „Wichtig ist die Tradition, gerade in dieser blöden Zeit. Schönheit hin oder her, ich denke, wir sind alle froh, dass diese Fichte gespendet wurde. Das ist ein Zeichen für Hoffnung, für den Frieden in der Welt.“

Und Bürgermeister Pröbst verspricht mit einem Augenzwinkern: „Das ist ja mein erstes Jahr als Bürgermeister. In den kommenden Jahren machen wir das besser.“ Und dann fügt er lachend noch an: „Schlechter geht’s ja wahrscheinlich nicht mehr.“

Mayls Majurani

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