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Schnüren schon fleißig Packerl: Franziska Haider (l.) und Benedikt Groh (r.) mit ihren Mitstreitern. 

Verein Christkindl

Weihnachtsgeschenke für Kinder in Not

Wartenberg – Auch Kinder, denen es nicht so gut geht, sollen sich an Weihnachten über Geschenke freuen dürfen. Das ist das Ziel des Vereins Christkindl, der heuer knapp 500 Präsente verteilen will.

Braucht es für das Christkindl einen Verein? Benedikt Groh und Franziska Haider fanden schon und gründeten ihn vor drei Jahren mit dem Ziel, Kindern in Not Geschenke an Weihnachten überreichen zu können. „Wir haben mit 120 Kindern angefangen. Im zweiten Jahr waren es knapp 300 und im dritten werden wir rund 450 Geschenke verteilen“, sagt der 26-jährige Wartenberger Groh.

Es gebe viele Kinder, deren Familien wenig Geld zur Verfügung hätten oder aus schwierigen familiären Verhältnissen stammten. An sie richte sich der Verein Christkindl primär. „Wir unterstützen unter anderem die St.-Nikolausschule in Erding, Frauenhäuser und Kinderheime bayernweit“, erklärt der Doktorand. Auch die zwei Ronald McDonald-Häuser in München Großhadern und am Herzzentrum München unterstützt der Verein. Ebenso bedacht werden Grundschüler und Flüchtlingskinder, die in Übergangsklassen unterrichtet werden.

An die Kinder werden Wunschzettel verteilt, auf denen sie ein Geschenk im Wert von 15 Euro malen sollen. Diese Wunschzettel hängen seit dem 1. Advent an kleinen Wunschbäumen an verschiedenen Orten in und um München. In Wartenberg steht zum Beispiel ein Baum in der Kanzlei Blechinger. Auch im Internet ist seit 2015 ein digitaler Wunschbaum unter www.christkindl-ev.orgzu finden. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden können die Wünsche von Jedermann gegen eine Spende von 15 Euro erfüllt werden.

Jeder ist dabei willkommen und aufgefordert, mitzumachen. Das geht ganz einfach: Man sucht sich einen Wunschzettel aus und erfüllt ihn mit einer Spende von 15 Euro. Dabei kann jeder persönliche Zeilen auf die Rückseite des Wunschzettels schreiben, um so dem Kind eine Botschaft vom Christkindl zu hinterlassen. Groh betont: „Die Wunschzettel sind durchlaufend nummeriert, jeder Wunsch kann nur einmal erfüllt werden, und jedes Kind bekommt seinen ganz eigenen Wunsch erfüllt.“

Die beiden freuen sich, dass sie auch schon größere Firmen wie O2 Telefónica für ihre Idee begeistern konnten und diese an der Aktion mitmachen. Dazu steht in Münchens größtem Hochhaus – dem O2-Tower am Georg-Brauchle-Ring – ein Wunschbaum vom Christkindl-Verein. „Manche Kinder schreiben ihre Wünsche ganz deutlich auf den Zettel – Lego-Artikelnummer sowieso. Andere schreiben nur: ,Ich wünsche mir eine schöne Haarbürste, die aussieht wie ein Seifenstück‘“, erzählt die 23-jährige BWL-Studentin Haider.

Auf die Idee kamen Groh und Haider in Köln, wo es in einem Hotel eine ähnliche Aktion gegeben habe. Sobald alle Geschenke feststehen und besorgt wurden, findet Mitte/Ende Dezember eine Einpackaktion mit den Mitgliedern statt. „Wir geben uns sehr viel Mühe beim Einpacken.“ Schließlich sei die Verpackung wichtig, finden die beiden Vereinsgründer, denn die mache einen großen Teil der Vorfreude aus. Auch bei den Wunschzetteln achten sie darauf, dass sie hochwertig aussehen.

Die Geschenke werden dann bei einer kleinen Feier in den jeweiligen Einrichtungen verteilt. „Uns ist es wichtig, dass wir alle Einrichtungen persönlich kennenlernen“, sagt Groh. Aber nicht nur Kindern machen die Christkindl-Mitglieder eine Freude. „Parallel unterstützen wir auch die Mamas in den Frauenhäusern mit kleinen Sachspenden. Sie bekommen ein kleines Wohlfühlpaket mit Bodylotion oder Ähnlichem. Das kommt supergut an.“

Knapp 80 Mütter und ihre Kinder in Frauenhäusern bayernweit werden vom Verein beschenkt. Mit knapp zehn Mitgliedern wurde der Verein 2014 in München gegründet. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl schon um 85 Prozent gestiegen. „70 Prozent sind Studenten und Freunde von uns.“ Denn eine Vereinsidee war es auch, jungen Menschen zu zeigen: „Ihr könnt was bewirken.“

Birgit Lang

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