Nur unter Regenschirmen war der Leonhardiritt in Kutschen und am Straßenrand ein Vergnügen. foto: albrecht

Leonhardiritt Wartenberg

Wetterfeste Reiter und Musikanten

Wartenberg – Das nasskalte Wetter hat gestern die Teilnehmer des Leonhardiritts in Wartenberg nicht abgeschreckt. Die Zuschauerkulisse war aber dünn.

„Die Pferde sind fast alle da, nur die Leute lassen aus“, meinte Bürgermeister Manfred Ranft bei seiner Begrüßung. Tatsächlich war der Besuch deutlich schlechter als in den Vorjahren. Die Marktkapelle startete ihr Platzkonzert unter erschwerten Bedingungen. Die Musikanten retteten sich vor dem Regen in die Einfahrt der Tiefgarage am Rathaus.

Unter einem Zeltdach wurden die Gäste verpflegt, wobei Punsch, Kinderpunsch und Glühwein stark nachgefragt waren. Die Jugendfeuerwehr übernahm den Verkauf der Eintrittsbänder und verteilte die Liedblätter für die Andacht.

Die Parade der Pferde und Gespanne war wieder imposant. Auch ein Longhornrind machte gemächlich mit den vielen Pferden die Runde. Reit-Urgestein Werner Kalinetz steuerte den Wagen mit Erntekrone, der mit den Trachtlern heuer schon beim Oktoberfest gewesen war. Traditionell wurden beim zweiten Durchgang über den Marktplatz alle Tiere gesegnet.

„Der Leonhardiritt gehört zu den ältesten christlichen Bräuchen Bayerns“, sagte Pfarrer Gregor Bartkowski. Seit fast einem halben Jahrtausend finde er statt. Und so folgerte er: „Durch solche Feste bleibt unser christlicher Glaube lebendig.“ Dass die diesjährige Veranstaltung auf den Ehrentag des Heiligen gefallen ist wertete der Geistliche als „stark sprechendes Zeichen“.

Wie schon in den Vorjahren stellte Bartkowski die Achtung der Geschöpfe in den Mittelpunkt seiner Predigt: „Ihnen gebührt Ehrfurcht, weil die Ehrfurcht allem Geschaffenen gilt.“

Die Lesung aus dem Buch Genesis übernahm Bürgermeister Manfred Ranft, und es war natürlich die Erschaffung der Tiere und der Auftrag an den Menschen, diese zu benennen. Gemeindereferentin Irmgard Brenninger sprach die Fürbitten: „Lehre uns, allen Tieren Raum zum Leben zu geben“, formulierte sie unter anderem und weitete damit den Blick über die Nutztierhaltung hinaus. Diese aber machte Bartkowski nachdrücklich zum Thema und sprach die Notwendigkeit artgerechter Haltung an.

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Klaus Kuhn

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