Heimische Produkte: Christian Refeld war mit Wartenberger Honig auf dem Markt vertreten.
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Heimische Produkte: Christian Refeld war mit Wartenberger Honig auf dem Markt vertreten.

Neuer Wochenmarkt

Wartenberg ist wieder eine echte Markt-Gemeinde

Gelungene Premiere: Beim neuen Wochenmarkt konnten die Wartenberger an neun Ständen einkaufen.

Wartenberg – Begünstigt von endlich mal wieder frühlingshaften Temperaturen hat die Neuauflage eines echten Wochenmarktes in Wartenberg einen Traumstart hingelegt. Nur musste das Angebot coronabedingt noch etwas eingeschränkt werden: Neun Stände waren es, und Bürgermeister Christian Pröbst vermeldete stolz: „Seit 8 Uhr war Betrieb!“

Josef Feldbacher bekam das am stärksten zu spüren: Er kam über zwei Stunden aus Bergheim bei Salzburg angereist, hatte über Mund-zu-Mund-Propaganda von dem Markt erfahren und war damit der Anwärter auf den Preis für die weiteste Anreise. Um 9 Uhr hatte er schon kein Brot mehr. „Es ist super gelaufen, nächstes Mal bring’ ich mehr mit.“

Er wird sich gedulden müssen, der Markt ist immer am zweiten Samstag im Monat. Noch. Pröbst: „Wir denken darüber nach, den Markt alle zwei Wochen zu machen, aber da ist noch nichts spruchreif.“

Kult ist der Stand von Edith von Payr aus Taufkirchen bei Mühldorf, die seit 15 Jahren von Markt zu Markt zieht. Sie bietet Auszog’ne an, aber besondere nach einem alten Rezept: „Bauernrose“ heißt das Gebäck, und die beste Werbung ist das Zugfahrzeug für den Wagen: Ein Mercedes Benz 220S, Baujahr 1965, hervorragend restauriert, ein echter Hingucker.

Pröbst aber will auch und vor allem einheimische Anbieter stützen: „Wir haben Honig aus Wartenberg von Christian Refeld, Kartoffeln aus Pesenlern, Eier aus Berglern.“ Refeld war zufrieden: „Es geht wirklich was“, meinte er mit Blick auf die Strichliste, die er über seine Verkäufe führte. Der Markt hat Wachstumspotenzial: „Wir denken daran, wenn man wieder darf, Tische und Bänke aufzustellen“, so der Bürgermeister, der auch schon den Wunsch nach Musik zu hören bekam.

Allzu groß soll der Markt aber nicht werden. „Ich will nur den halben Platz belegen, denn wir brauchen die Parkplätze auch“, sagte Pröbst. Ein Dank ging an die Sparkasse, die die Nutzung ihres Vorplatzes zugelassen habe. Das Parkplatz-Argument war für einen Besucher nicht unwichtig: Thomas Jahns aus Wartenberg (54) lobte die Nähe zu den Parkplätzen und befand ansonsten: „Ich find’ das hier Spitze! Das hat gefehlt.“ Besucher Ralf Jozwiak (49) aus Wartenberg hob gegenüber pder Heimatzeitung einen anderen Aspekt hervor: „So ein Markt ist ein sozialer Treffpunkt und gehört einfach zum kulturellen Leben dazu.“ Das sei gerade in Zeiten wie diesen einfach wichtig.

Wolfgang Billmayer, Vorsitzender des Gewerbevereins, zeigte sich begeistert: „Das ist ganz hervorragend! Die Werbung ist gut gelaufen. Das hat der Bürgermeister großartig hingekriegt.“ Eine Ausweitung auf einen 14-tägigen Rhythmus fand Billmayer interessant, warnte aber, dass man das nicht übertreiben solle.

Und noch einen Beobachter gab es: Anton Scherer, Bürgermeister von Berglern. In seiner Gemeinde stehen dienstags von 8 bis 14 Uhr zwei Marktstände auf dem Kirchplatz. Eine Ausweitung sei wegen der Platzverhältnisse nicht möglich, bedauerte Scherer. Aber er meinte anerkennend: „Der Markt Wartenberg braucht einfach einen Markt! Das gehört da hin.“

Klaus Kuhn

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