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Unterbringung von Flüchtlingen

„Wir brauchen nicht noch 200“

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Wartenberg – Rund 100 Asylbewerber leben bereits in Wartenberg. Und es gibt Überlegungen für weitere Unterkünfte, darunter zwei große. Die Marktgemeinderäte zeigten sich wenig begeistert.

„Die Aufnahmekapazität in Wartenberg ist langsam erschöpft“, kritisierte Sebastian Baumann (NMW) in der Marktratssitzung zur Zahl der Asylbewerber. Bereits jetzt seien es rund 100, und weitere Unterbringungen seien angeblich geplant. „Die Leute sollen ja da sein. Aber sie sollen auch integriert werden können“, meinte Baumann auch im Hinblick auf die Belastung der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe. „Die arbeiten eh schon am Anschlag.“

Der Einzug von neuen Flüchtlingen im Renk-Anwesen am Marktplatz sei bereits bekannt, erklärte der NMW-Marktrat. Angeblich gebe es auch nebenan beim Siebenbürger eine Anfrage. Vor diesem Hintergrund bat Baumann darum, einen Aufruf auf der Gemeinde-Homepage zu ändern. Nicht Wohnungen für normale Flüchtlingsunterkünfte seien jetzt wichtig, sondern für eben für anerkannte Asylbewerber. Mit dieser Idee rannte Baumann bei Bürgermeister Manfred Ranft offene Türen ein.

Nach Angaben von Carla Marx, der Vorsitzenden der Flüchtlingshilfe, leben in Wartenberg bereits etwa 20 Anerkannte – „Tendenz schnell steigend“. Dieser Personenkreis hat eigentlich keinen Anspruch mehr auf einen Platz in einer Flüchtlingsunterkunft – und dürfte sich bereits eine eigene Wohnung suchen. Auf dem Mietmarkt in der Region ist das ohne festes Einkommen allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn das Landratsamt also die Fehlbeleger der von ihm verwalteten Unterkünften verweisen würde, wären sie obdachlos – und somit ein Fall für die Sozialwohnungen der Kommunen.

„Das Landratsamt sagt schon seit langem: Wartenberg ist bei der Flüchtlingsunterbringung nicht mehr im Fokus“, berichtete Ranft. Die Überlegungen für neue Unterkünfte würden jedoch von anderer Stelle angestrengt. Im Gasthaus Siebenbürger gehe es um eine Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die die Johanniter betreuen würden.

Ärgerlich seien aber vor allem Überlegungen für „zwei große Einrichtungen in der Peripherie, die direkt von der Regierung betreut würden“. Bekannt ist bereits der Bauantrag für ein Heim auf Langenpreisinger Flur an der Gemeindegrenze zu Wartenberg: auf dem berüchtigten Edeka-Grundstück am Kreisverkehr. „Wir brauchen nicht noch 200“, sagte Ranft. Daher habe er auch bereits an die Regierung von Oberbayern geschrieben.

Durch die Sanierung des Alten Schulhauses schaffe die Marktgemeinde sieben Sozialwohnungen, sagte Ranft. Das sei auch wichtig, meinte Eduard Ertl (NMW) gerade im Hinblick auf die Fehlbeleger: „Wir haben aktuell schon ein Riesenproblem.“

Timo Aichele

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