An die Wand gedrängt sieht sich Wirt Zacharias Schönberger von inoffiziellen Kneipen. Foto: Kuhn

Musikkneipe mit Problemen

Zaches Kampf gegen Schwarz-Gastronomen

Wartenberg - Die Musikkneipe Hinterhof-Zache ist in Existenznöten. Den Grund sieht Wirt Zacharias Schönberger in der Konkurrenz durch inoffizielle Gastwirtschaften.

Zacharias Schönberger ist sauer auf Schwarz-Gastronomen in Wartenberg. Einem solchen hat der Wirt des Hinterhof-Zache vor gar nicht allzu langer Zeit Hausverbot erteilt. „Der war nicht rauszubringen. Die Polizei hat ihn dann hinaus begleitet und seine Personalien aufgenommen“, erzählt Schönberger. „Der ist hier rein gelaufen, mein Lokal war gut voll, und dann hat er gemeint: ,Bei mir ist das Bier billiger, bei mir darf man rauchen!‘“ Nach diesem Vorfall sei er so gut wie allein in seinem Lokal gestanden.

Seine Musikkneipe hat zwar so etwas Kult-Status, aber davon kann der Pächter nicht leben. In sozialen Netzwerken unken Fans schon, das Lokal müsse schließen. Schönberger selbst schließt diese Möglichkeit im Gespräch mit der Heimatzeitung inzwischen ausdrücklich nicht mehr aus. Die Schuld gibt er nahezu ausschließlich den Schwarz-Gastronomen in und um Wartenberg.

Verwaltung und Rat würden diese Umtriebe sogar dulden, klagt er. „Die haben das Bier billiger, die zahlen nicht für Sky, die zahlen keine Gema-Gebühren, keine Steuern. Das sind echte Sozialschmarotzer“, sagt er und wirft den Behörden Untätigkeit vor.

Bürgermeister Manfred Ranft, zugleich Vorsitzender des Gewerbevereins, widerspricht: „Ich habe davon gehört“, bestätigt er den Vorfall im Hinterhof Zache. Er habe auch schon an die betreffenden Personen appelliert, das sein zu lassen. Nach Polizeikontrollen hätten diese aber gemeint, das seien private Veranstaltungen und geschlossene Gesellschaften. „Wir haben da keine Möglichkeiten einzugreifen“, sagt der Bürgermeister.

Das deckt sich mit Erfahrungen Schönbergers. „Da wird per Rund-SMS eingeladen“, beschreibt er. Er sieht nur wenig Möglichkeiten, wieder mehr Gäste an sein Lokal zu binden. Dass andere Gastronomen in Wartenberg gewaltige Erfolge haben, sei zwar schön, für ihn aber kein Muster: „Ich habe kein Speiselokal“, sagt er. Und das Musikprogramm? „Das war im Grunde immer mein Hobby. Mit Kleinkunst ist ja auch kein Geld mehr zu verdienen“, so der Wirt. Daher habe er Kulturveranstaltungen auch reduzieren müssen. Aber es gibt Hoffnung: Der Kulturmarkt Wartenberg plant für Freitag, 8. April, eine Veranstaltung beim Hinterhof-Zache: das Konzert von Hands’n’Voices (20 Uhr).

Schönberger weiß aus Gesprächen mit anderen Wirten, dass er mit seinem Problem nicht allein ist. Er appelliert an die Lokalpolitiker, diesem Treiben nicht länger zuzusehen. Auch Frank-Ulrich John, Pressesprecher des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, erklärt auf Nachfrage: „Wir setzen dem nach, und wir prüfen, ob so etwas gestattungsfähig ist. Dann sprechen wir die Bürgermeister auch an.“ Er ermuntert Wirte, sich an den Verband zu wenden, wenn sie ein Problem mit „paragastronomischen Festen“ haben. Nur dann könne der Verband auch tätig werden und die Wirte juristisch beraten.

Adresse:

Norbert-Kellnberger-Str. 9a in Wartenberg

Von Klaus Kuhn

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