Unser Bild zeigt den Anbau mit 48 Zimmern an der Südwestseite der Klinik im September.
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Unser Bild zeigt den Anbau mit 48 Zimmern an der Südwestseite der Klinik im September.

„Lokal begrenzter Ausbruch“?

Nach größerem Ausbruch in Klinik Wartenberg: Krisenstab entscheidet sich für zweite Corona-Station

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Kurz vor dem Jahreswechsel hat in der Klinik Wartenberg das Corona-Virus gewütet. Wie berichtet, ist es zu einem größeren Ausbruch gekommen, fünf der infizierten Patienten mussten am Mittwoch ins Klinikum Erding verlegt werden. Wie Sprecherin Irene Hilf mitteilt, gab es nun am Samstag eine Krisensitzung. Ein zentrales Ergebnis: Eine zweite Corona-Infektionsstation wird eingerichtet.

Wartenberg – In der Krisensitzung nach dem größeren Ausbruch diese Woche verschaffte sich eine Runde bestehend aus Geschäftsführung, Chefärzten, Hygieneabteilung, Pflegedienstleitung und weiteren Abteilungsleitungen einen Überblick über das aktuelle Infektionsgeschehen. Am Mittwoch waren nochmals Abstriche genommen worden, die Ergebnisse dieser PCR-Tests lagen zur Krisensitzung bereits vor. „Nach gegenwärtiger Sachlage gehen wir von einem lokal begrenzten Ausbruch aus. Es wurde beschlossen, eine zweite Corona-Infektionsstation – neben der, die zur Entlastung der umliegenden Krankenhäuser bereits vor ein paar Wochen eingerichtet worden war – zu errichten, um infizierte und coronafreie Patienten räumlich voneinander zu trennen. Mit der geleisteten Unterstützung, die als Reaktion auf die Anfrage beim Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordination angelaufen ist, sehen wir uns momentan ausreichend gerüstet, um die Lage zu meistern“, teilt Hilf mit.

Nach und nach kehrten auch Mitarbeiter aus Urlaub und Quarantäne zurück, was die Personalsituation zusätzlich entspanne. „Ab diesem Montag, wenn auch die Labore wieder im Regelbetrieb sind, wird mit noch höherer Frequenz als bisher getestet“, kündigt die Klinik-Sprecherin an. Und weiter: „Die Ergebnisse von weiteren Tests, die vor dem Jahreswechsel durchgeführt wurden, erwarten wir nicht vor Sonntagabend, so dass sich bis Montag vermutlich keine neuen Entwicklungen ergeben werden.“

Das, was sich nun an der Klinik abspielt, zeigt: Das Corona-Virus lässt sich nie mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit ausschalten. Das hat auch Hilf in der Vergangenheit im Gespräch mit unserer Zeitung betont. Von der Wirksamkeit des bis zuletzt erfolgreichen Hygienekonzepts ist man an der Klinik nach wie vor überzeugt. „Über viele Monate hat es Ausbrüche in unserem Haus verhindert“, sagt Hilf.

Da in der Klinik keine intensivmedizinischen Kapazitäten vorhanden sind – solche Behandlungen kommen in dem hier üblichen Spektrum mit den Schwerpunkten Geriatrie und Reha nicht vor – werden in der Wartenberger Isolierstation nur Infizierte behandelt, die nicht (mehr) beatmet werden müssen. Schon im Frühjahr hatte die Klinik erstmals eine Corona-Station eingerichtet, diese dann allerdings mehrere Monate lang wegen des nicht vorhandenen Bedarfs eingestellt. Bis nun eben das Virus gnadenlos zuschlug.

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