Will einen Weltrekord aufstellen: Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel (r.). Über 80 Lesungen in möglichst kürzer Zeit. Er machte auch Stopp im Anne-Frank-Gymnasium. Rund 100 Kinder der fünften bis achten Klasse freuten sich über die Abwechslung. F.: vam

Weltrekord-Versuch: Ein rasanter Lesestopp in Erding

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Erding - In 80 Lesungen durch Deutschland: Dieses Ziel hat sich Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel gesetzt und will damit einen Weltrekord aufstellen. Eine Station war auch in Erding.

Vor elf Tagen startete der Kinder- und Jugendbuchautor mit seiner Lesetour durch Deutschland. Am Sonntag will er in Berlin seine letzte Lesung halten. Insgesamt sind sogar 84 Vorträge geplant - in jedem Bundesland mindestens drei, die jeweils 60 Minuten dauern müssen. Nur dann stellt Gemmel einen Weltrekord auf.

Eine Station auf seiner Reise war diese Woche auch Erding. Als einziger Schule in Oberbayern stattete der wuselige Autor dem Anne-Frank-Gymnasium einen Besuch ab. Rund 100 Kinder der fünften bis achten Jahrgangsstufe lauschten im Filmsaal Gemmels Geschichten. „Das ist die 56. Lesung, seit wir angefangen haben“, erklärte Eva Pfitzner eingangs. Sie ist Geschäftsführerin der Leserattenservice GmbH, die den Weltrekord organisiert hat. Gemeinsam wollen Gemmel und Pfitzner beweisen, dass Lesen eine Leidenschaft ist, die ganze Massen fesseln und begeistern kann.

Und weil dieser Weltrekord um die kürzeste Zeit geht, die ein Autor für eine Lesereise durch Deutschland benötigt, musste alles ganz schnell gehen. Kaum war Gemmel im Filmsaal angekommen, legte er auch schon los. Computer und Beamer spielten zwar nicht mit, aber auch ohne Technik stand der Lesung nichts im Weg.

Ein wenig heiser - kein Wunder, bei so vielen Lesungen in so kurzer Zeit - wollte Gemmel zunächst wissen, wie lesebegeistert die Schüler sind. Ergebnis: Gerne lesen sie alle, viele sind sogar wahre Leseratten, und diejenigen, die nicht gerne lesen, konnte man an einer Hand abzählen.

Dabei sei er selbst als Kind ein wahrer Lesemuffel gewesen, gab Gemmel zu: „Ich war eine Pfeife im Fach Deutsch.“ Doch das änderte sich schlagartig, als ihm seine neue Lehrerin in der siebten Klasse Robert Louis Stevensons „Die Schatzinsel“ zum Lesen gab.

Eine große Truhe, wie für Schätze gemacht, kam dann auch in seiner ersten Geschichte vor. Weil doch einige ältere Schüler dabei waren, las er aus seinem Jugend-Fantasybuch „Schattengeifer“, in dem es um Zeitreisen geht. Aber auch sein neuestes Werk „Im Zeichen der Zauberkugel - Das Abenteuer beginnt“ stellte Gemmel vor. Der hibbelige Autor kam dabei ein bisschen durcheinander und verwechselte die Namen der Buben, die in beiden Büchern die Hauptrolle spielen. Den jungen Zuhörern machte das aber nichts aus, sie lachten viel und hatten sichtlich Spaß. Zwei von ihnen durften schließlich sogar noch mit Gemmel zusammen einen Abschnitt präsentieren.

Der 45-Jährige hat übrigens bereits 2012 einen Lese-Weltrekord geholt. In der Kategorie „Größtes Publikum bei der Lesung eines einzelnen Autors“ hat er zweimal vor insgesamt mehr als 10 000 Kindern gelesen. „Wenn auch dieser Versuch gelingt, seid ihr alle Teil eines Weltrekords“, erklärte Gemmel.

Und so schnell er ins Gymnasium eingerauscht war, so schnell war er auch wieder weg. Auf einem Tabelt hatte Pfitzner stets die Zeit im Blick. Denn bei diesem Weltrekordversuch zählt schließlich jede Sekunde.

Vroni Macht

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