Im südlichen Korridor soll in einigen Jahren die Nordumfahrung an Erding vorbeiführen. Karte: Archiv

Zu wenig Entlastung: Grüne lehnen Nordumfahrung Erdings ab

Erding - Nach der ÖDP haben auch die Grünen-Fraktionen von Stadtrat und Kreistag deutlich gemacht, dass mit ihnen die Nordumfahrung nicht zu machen sein wird.

Sie lehnen das über 40 Millionen Euro teure Projekt ab - nicht nur aus naturschützerischen Erwägungen.

In der von den Fraktionschefs Helga Steiglemeier und Günther Kuhn unterzeichneten Erklärung wird der Bedarf wegen des ihrer Meinung nach zu geringen Entlastungseffekts für Erding bestritten. Weil die Straße vor allem als Flughafenzubringer genutzt werden dürfte, sind die Grünen überzeugt: „Die Lärmbelastung für die Erdinger wird weiter hoch bleiben.“ Maßnahmen in diese Richtung - als Beispiel werden ein Lkw-Fahrverbot, ein Ausbau der Buslinien sowie von Stadt und Kreis bezahlter Lärmschutz genannt - sowie Bemühungen, den Verkehr zu reduzieren, geben die Grünen den Vorzug. Eine neue Umfahrung würde nur noch mehr Verkehr anziehen.

Vor allem aber ist man über den Ausgang der neuerlichen Untersuchung verwundert. Stieglmeier und Kuhn erinnern an das Nordumfahrung-Gutachten des Büros Kurzak von 2000. Das war zu dem Schluss gelangt, die Süd-Variante unter anderem wegen der zu geringen Entlastung der Anton-Bruckner-Straße abzulehnen. „Da dies nicht den Wünschen der politischen Mehrheit entsprach, wurde die Planung nicht weiter verfolgt“, mutmaßen die Autoren. Jetzt, zehn Jahre später, habe man endlich das gewünschte Ergebnis. Die Grünen wollen nicht ausschließen, dass Landrat Martin Bayerstorfer auch wegen dieser Diskrepanz im Strukturausschuss des Kreistages vom 15. März ein so hohes Tempo vorgelegt hat.

Die Grünen fragen zudem nach den Grundlagen der vom Büro Obermeyer ermittelten Verkehrsprognose. Sie wollen unter anderem wissen, mit welchen Verkehrszuwachsraten gerechnet werde, und ob es sich um eine lineare Steigerung handle. Weil die Umfahrung stets mit dem Ausbau der Flughafentangente verquickt wird, wollen die Fraktionen auch wissen, wer dieses Millionen-Projekt stemmen solle. Ferner sei nicht geklärt, ob der Anstieg des Benzinpreises und die mögliche Einführung einer Kerosinsteuer berücksichtigt worden seien. Nicht zuletzt sei ungeklärt, inwieweit der Schienenausbau Einfluss auf die Straßenverkehrsentwicklung nehmen könnte.

(ham)

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