Zu wenig Kindergartenplätze

Taufkirchen - Nach der Einschreibung für das Kindergartenjahr 2014/15 ist in der Gemeinde Taufkirchen klar, dass einige Plätze fehlen. „Für jedes Kind einen Kindergartenplatz ist unser Ziel“, betonte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) im Gemeinderat.

Nach der aktuellen Kindergarteneinschreibung liegen jetzt die Anmeldezahlen vor, berichtete Hofstetter. Klar sei, dass „einige Plätze fehlen“. Deshalb müsse die Gemeinde „sofort handeln“. Als schnelle Übergangslösung soll am Gemeindekindgarten Fichtenstraße eine Containermodulanlage und mittelfristig ein neues heilpädagogisches Kinderhaus errichtet werden. Letzteres Projekt sei frühestens in zwei Jahren zu realisieren, schätzte Hofstetter.

Die Anmeldezahlen machten es erforderlich, die örtliche Bedarfsplanung laut Bayerischem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) zu aktualisieren, erläuterte Christine Empl von der Sachgebietsleitung „Schulen, Kindertagesstätten, Mehrgenerationenhaus, Mittagsbetreuung“. Nach dem Bedarf müssten jetzt „notwendige Maßnahmen“ eingeleitet werden.

Bei den drei Einrichtungen mit Krippenplätzen unter drei Jahren seien von insgesamt 76 Plätzen derzeit noch elf frei, informierte Empl. Bei den Kindergartenplätzen in der Gemeinde seien 285 von den insgesamt 287 Plätzen belegt. Auf den Wartelisten der Kindertagesstätten stünden derzeit „zwölf plus X Kinder“, Tendenz steigend. In der Gemeinde gingen 22 auswärtige Kinder in die Einrichtungen, aber auch zwölf Taufkirchener Kinder besuchten in Nachbargemeinden Kindertagesstätten.

Die Geburtenzahlen der seien von 2008 (90 Kinder) bis 2013 (68) rückläufig, führte Empl weiter aus. Das werde dazu führen, dass die Anzahl der zu betreuenden Kindergartenkinder bis 2017 um insgesamt 32 zurückgehe. Dabei sei aber nicht der Zuzug durch die „rege Bautätigkeit“ in Taufkirchen und Moosen berücksichtigt. Empl erwarte, dass der derzeitige „Überhang“ durch den Geburtenrückgang aus dem Zuzug meist junger Familien kompensiert werden könne. Aktuell brauche man zur Bedarfsdeckung eine Kindergartenregelgruppe für zehn bis 15 Kinder.

Nach Angaben der Frühförderstellen der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising e.V. bestehe im östlichen Landkreis auch der Bedarf einer heilpädagogischen Kindertagesstätte (HPK). Eine HPK-Gruppe bestehe aus acht Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und/oder Verhaltensauffälligkeiten. Diese Kinder bedürfen einer besonderen heilpädagogisch-therapeutischen Förderung. Die Jugendfürsorge der Erzdiözese würde die Trägerschaft für ein solches Kinderhaus übernehmen, unter der Federführung des Einrichtungsverbunds Betreuungszentrum Steinhöring, führte Empl aus. Als Übergangslösung schlug sie vor, Räume anzumieten oder eine Containermodulanlage am Gemeindekindergarten aufstellen. Letztere Lösung hätte den Vorteil, dass die Infrastruktur des Kindergartens genützt werden könne. Mittelfristig wäre es notwendig, einen zweigruppigen Kindergarten mit Erweiterungsmöglichkeiten zu errichten.

Container hätten völlig zu Unrecht ein negatives Image, betonte Martin Huber (REP). Die seien heute „von Feinsten“, und innen könne man keinen Unterschied zu festen Bauwerken wahrnehmen. Das seien keine Baucontainer, wo Bauarbeiter zur Brotzeit drin hocken. Die betroffenen Eltern würden der Containerlösung zustimmen, ergänzte Empl.

Einstimmig beschlossen wurde, die gesetzliche Bedarfsplanung unter Berücksichtigung des elterlichen Bedarfs zu aktualisieren. Zur Deckung des aktuellen Bedarfs soll beim Gemeindekindergarten eine Containeranlage mit sechs Modulen für bis zu 40 Kinder aufgestellt werden. Und auch ein heilpädagogisches Kinderhaus soll „mittelfristig“ errichtet werden, so der Beschluss. Dazu muss als erstes die Standortfrage geklärt werden.

Hermann Weingartner

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