Vor Ort: SPD-Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer (M.) informierte im Juli die Fahrgäste und nahm die Bahnhöfe unter die Lupe. Jetzt zieht er Bilanz. Foto: ham

Weniger Licht, mehr Schatten: Schurer macht den Bahnhofstester

Landkreis - Im Juli hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Bahnhöfe in der Region begutachtet und Pendler befragt. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: „Es gibt allerhand Nachholbedarf.“

n seiner Gesamtschau erkennt Schurer an, dass im MVV-Netz täglich hunderttausende Fahrgäste befördert würden und es daher von großer Bedeutung sei. „Aber das S-Bahn-System ist wie das Straßennetz an seine Grenzen gekommen“, so Schurer. Der Schienenverkehr ist für den Abgeordneten Bestandteil der Energiewende. „Ausbaumaßnahmen sind daher dringend notwendig.“ Als größte Schwachstelle hat Schurer die mangelhafte Kommunikation ausgemacht. Lautsprecherdurchsagen und Anzeigen seien oft schlecht oder funktionierten nicht. „Es gibt zu viele Störungen.“

Insgesamt beklagt der Parlamentarier, „dass es keinen Gesamtverantwortlichen vor Ort“ gibt, der sowohl für Fahrgäste als auch für Politik und Verwaltung Adressat sei. Er fordert daher ein „zentrales Kunden- und Informationsmanagement“. Darüber möchte der Ebersberger im Herbst mit Heiko Hofmann, Leiter des Bahnhofsmanagements der DB Station & Service, intensive Gespräche führen. Immerhin seien Bahnhöfe die ersten Visitenkarten für Gäste.

Beim Bahnhof Erding kommt Schurer zu dem Schluss, „dass er der Bedeutung der Stadt in keinerlei Hinsicht gerecht wird“. Der dringende Ausbau im Rahmen des S-Bahn-Ringschlusses sei unübersehbar. Vor allem bemängelt Schurer zu wenig Park- und Radparkplätze. Die Sitzgelegenheiten reichten nicht aus, das zweite Gleis sei nicht barrierefrei. Trotz Kiosks sei das Infoangebot „völlig unzureichend“.

Auch in Dorfen gibt es nach Auffassung des SPD-Politikers zu wenig Parkplätze und Fahrkartenautomaten. Zum zweiten Gleis führe nur eine holprige und gefährliche Ersatzrampe. Sein Fazit: „Dieser Bahnhof ist für Dorfen unangemessen.“ An beiden Stationen bemängelt Schurer, dass die Problematik fehlender WCs einfach auf die jeweiligen Städte abgewälzt worden sei.

Mal abgesehen vom nicht behinderten- und kinderwagengerechten Bau bekommt der Haltepunkt Hörlkofen gute Noten. Er liege zentral, der Fahrradstellplatz sei modern und überdacht. Schurer kritisiert jedoch die schwer zu bedienenden Ticketautomaten und fehlende Ansprechpartner vor Ort. Auch ein WC gebe es nicht.

„Der neu gebaute Bahnhof in Ottenhofen macht insgesamt einen guten Eindruck“, lautet Schurers nächstes Fazit. Allerdings bedürften die Park & Ride-Stellfächen dringend einer Erneuerung. Vandalismus störe das Bild.

Gute Noten bekommt auch die Haltestelle St. Koloman, „selbst wenn der Bahnhof sehr einsam gelegen ist und einen Tummelplatz für Zerstörungswütige darstellt“, so die Gesamtkritik. Gelobt werden die Fuß- und Fahrradrampe sowie die gute Erreichbarkeit. Schurer moniert aber auch hier das fehlende WC. Teile des Bahnsteigs seien sanierungsbedürftig.

(Hans Moritz)

Auch interessant

Kommentare