Aufmerksame Zuhörer hatte Dr. Walter Ruckdeschel, Internist und Kardiologe, am Medizinischen Versorgungszentrum Dorfen. Foto: Weingartner

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Dorfen - erzerkrankungen steigen ständig. Eine Herzenssache im Sinne des Wortes war es daher wohl vielen Dorfenern zum Herzseminar in die Dorfener Klinik zu kommen.

Im Forje der Klinik referierten drei Spezialisten bei einem Patientenforum für Laien gut verständlich zum Thema Herzrhythmusstörungen.

Eine ausführliche Einführung gab Dr. Walter Ruckdeschel, Internist und Kardiologe, am Medizinischen Versorgungszentrum Dorfen. „Während eines Menschenlebens schlägt das Herz bis zu vier Milliarden Mal ohne Kundendienst. Erstaunlich, dass es nicht öfters ausfällt“. Ein Automotor lande etwa nach zehn Jahre meist auf dem Schrott, trotz Kundendienst.

Mit der steigenden Lebenserwartung stiegen auch die Herzerkrankungen, so Ruckdeschel. Bis 2030 rechne man in Europa und USA mit einer Verdoppelung der Herzrhythmusstörungen. Gleichzeitig werde aber der Wissensstand in dem Bereich laufend fortentwickelt.

Medizinische Neuerungen wurden dann von Dr. Carsten Husemann (Internist und Kardiologe am MZV Dorfen), Prof. Dr. Ellen Hoffmann (Chefärztin Innere Abteilung, Städtisches Klinikum München - Bogenhausen) und Dr. Martin Schmidt (Oberarzt Innere Abteilung - Klinikum Bogenhausen) im Detail vorgestellt. Bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen habe man inzwischen „verbesserte, neue Möglichkeiten bei der Medikamentenbehandlung“. Zwei Präparate seien in der Zulassung. Die werden aber wohl „sehr teuer“ (Husemann). Im Kampf gegen den „plötzlichen Herztod“ (Herzstillstand meist nach Rhythmusstörungen) gelte der implantierbare Defibrillator als „eine der ganz großen Fortschritte in der Medizin“. Das Gerät könne in dem Fall in wenigen Sekunden den Herzrhythmus normalisieren und den Herzschlag wieder herstellen. Es gebe inzwischen einen Defibrillator, der keine Kabel mehr ins Herz brauche.

„Sehr gut Erfolge mit geringem Risiko“ beim Eingriff biete die kalte Ablations-Behandlung, informierte Ruckdeschel. Dabei werde das Herz von innen mit einem speziellen Katheter vereist. Zu der Methode stellten dann auch die Besucher die meisten an die Referentin Ellen Hoffmann. (prä)

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