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Wenn schon Südlösung, dann nur mit Halt

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Georg Heilmeier
Der Walpertskirchener Bürgermeister will nicht, dass die Züge nur durchfahren. f: fkn
Georg Heilmeier Der Walpertskirchener Bürgermeister will nicht, dass die Züge nur durchfahren. f: fkn © AUTO_ERD

Walpertskirchen - Genau wie Wörth favorisiert Walpertskirchen die Nordeinschleifung der Bahnspange. Allerdings könnte man sich hier auch mit der Südlösung arrangieren, will dann aber einen Haltepunkt.

„Ist die Gemeinde für die Südeinschleifung?“ Darüber wollte FW-Rätin Katharina Brunnauer in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend zunächst per Antrag abstimmen lassen, um aktuell ein klares Meinungsbild zu erhalten. Es existiert allerdings bereits ein früherer Beschluss des Walpertskirchener Gremiums für die Nordeinfahrung bei Schwarzhölzl.

Brunnauer verwies auf die drohende Durchschneidung im Süden: „Dann geht eine Betonwand durch die Gemeinde“. Die Bürgermeister Georg Heilmeier und sein Vize Franz Hörmann warnten davor, etwas per Beschluss festzuzurren. Man habe sowieso keinen Einfluss auf die Trassenführung. Falls jedoch die Südeinschleifung komme und Walpertskirchen in diesem Fall nicht einen eigenen Haltepunkt mit Anschluss nach Erding und zum Flughafen gefordert habe, dürfe man sich von den Bürgern einiges anhören.

Es müsse dann wenigstens einen Vorteil für die Kommune geben, und die Chancen stünden nicht schlecht, so Heilmeier. „Wenn die Südvariante um ein Gutes billiger ist, dann wird sie gemacht“, gab der Bürgermeister weiter zu bedenken.

Christian Büchlmann (FW) berief sich auf einen bekannten Spruch: „Wenn ich mich nicht klar positioniere und Entscheidungen treffe, dann treffen die Entscheidungen uns“. Für ihn war der Nutzen einer möglichen Anbindung geringer als die Negativauswirkungen für die Kommune. Hans Fertl (SPD) hielt den Bahnhalt für einen „frommen Wunsch“. Im Gegensatz dazu sah es sein Parteikollege Peter Kazmierczak als sinnvoll an, einen möglichen Vorteil herauszuholen und auf den Anschluss zu drängen.

Auch der Schallschutz bewegte die Gemüter. So soll Walpertskirchen nur bei der Südtrasse einen Lärmschutz bekommen, weil die Strecke durch den Ort zweigleisig geführt würde. Dies gelte nicht für die eingleisig belassene Nordtrasse, obwohl dreimal so viele Züge durch Walpertskirchen fahren sollen. „Da wird man als Mensch zweiter Klasse behandelt“, kommentierte FW-Rat Balthasar Lex.

Letztlich zog Brunnauer ihren Antrag zurück, und man einigte sich einstimmig auf folgende Position: Die Gemeinde verweist auf den bereits gefassten Beschluss für die Nordumfahrung. Sofern die Entscheidung auf die Südvariante fällt fordert Walpertskirchen einen Haltepunkt mit Anbindung an Erding und den Verkehrsflughafen. (vev)

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