Der Herr der Biere: Werner Brombach, Inhaber des Erdinger Weißbräu, feiert am Dienstag seinen 70. Geburtstag. Foto: Moritz

Werner Brombach feiert 70. Geburtstag

Erding - Seit 1975 ist er der Erdinger Weißbräu. Keine Marke prägt Stadt und Region so sehr wie die größte private Weißbierbrauerei der Welt. Am Dienstag feiert Werner Brombach 70. Geburtstag.

Es gibt wenig Menschen, auf die der Begriff Patriarch im positiven Sinne so zutrifft wie auf Werner Brombach. Der studierte Brauer und Betriebswirt hat beim Weißbräu die Zügel seit 34 Jahren fest in der Hand. Und der Jubilar gedenkt keineswegs, sie aus der Hand zu geben. „Meine Kunden, Geschäftspartner und meine Mitarbeiter müssen noch ein paar Jahre mit mir auskommen“, merkt Brombach schmunzelnd an. „Wissen Sie, ohne Stress bekomme ich sehr schnell ein großes Problem“, schiebt er hinterher. Jeglicher Versuch, ihm eine Aussage über die Unternehmensnachfolge zu entlocken, ist damit zum Scheitern verurteilt. Und wer Brombach in seinem Büro erlebt, wer ihn auf dem Brauereigelände beobachtet, erkennt sofort: Er denkt wirklich nicht ans Aufhören.

Brombach ist ein Familienunternehmer durch und durch. Mit einer unbändigen Leidenschaft verteidigt der gebürtige Erdinger sein Weißbier-Imperium gegen die großen internationalen Braukonzerne. Anders als so manche traditionsreiche Münchner Brauerei hat sich der Erdinger Weißbräu seine Unabhängigkeit bis heute bewahrt. „Und dabei bleibt es auch“, lässt Brombach erst gar keine Missverständnisse aufkommen. Allenfalls zu Kooperationen ist er bereit – wie etwa mit den Pilsbrauern aus Bitburg. „Wir vermarkten deren Biere bei uns und in unserer Gastronomie, die Bitburger machen es genauso“, erklärt er die Philosophie.

Dass er so um seine Brauerei kämpft, liegt in der Familiengeschichte ebenso begründet wie in der Unternehmenshistorie. Alles begann im Jahre 1886 mit der Gründung des Weißen Brauhauses zu Erding. Bis 1890 ist Johann Kienle Eigentümer, danach übernimmt die Münchner Familie Stadlmaier. Für fünf Jahre gerät der Betrieb sogar in nicht-bayerische Hände – die Malzfabrik F. W. Otto aus Hildesheim greift zu.

1935 schlägt die Stunde der Familie Brombach. Werners Vater Franz übernimmt die Brauerei, in der seinerzeit 2500 Hektoliter Weißbier pro Jahr gebraut werden. Nur zum Vergleich: Heute sind es 8100 Hektoliter – allerdings jeden Tag. 1949 erhält die Brauerei den Namen Erdinger Weißbräu. Es folgt ein jahrzehntelanges Wachstum.

Nach dem Tod des Vaters steigt Werner Brombach, der im Stammhaus an der Langen Zeile 1-3 aufgewachsen ist, die Geschäfte. Er ist optimal gerüstet: In Weihenstephan hat er die Brauerskunst erlernt, das Kaufmännische erwarb er sich beim BWL-Studium in München.

1983 muss der Weißbräu seinem Erfolg Tribut zollen. Die Produktionsstätten in der Innenstadt werden zu klein, am nördlichen Stadtrand von Erding entsteht eine riesige Produktions-, Abfüll- und Auslieferungsanlage. 1990 durchbricht Erdinger die magische Schallmauer von einer Million Hektoliter Jahresausstoß. Im Zentrum bleiben der 2008 wieder eröffnete Brauereigasthof mit Hotel sowie die Verwaltung.

Die Biere gibt es in mittlerweile 76 Ländern. Brombachs großzügiges Sponsoring, die einzigartige Marketingstrategie und das Engagement im Spitzensport machen die Marke weltweit populär. Neben dem FC Bayern gibt es kein deutsches Unternehmen mit so vielen Fanclubs.

Seinen Geburtstag feiert der Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Bayerischen Verdienstordens und der Goldenen Stadtmedaille von Erding in einem alles anderen als kleinen Kreis. Die Verladehalle an der Franz-Brombach-Straße verwandelt sich in einen großen Festsaal. Erwartet werden unter anderem Starkoch Alfons Schuhbeck, Franz Beckenbauer, Roberto Blanco, Christian Neureuther, Rosi Mittermeier, Mario Basler, die deutsche Biathlonspitze sowie hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik.

(Hans Moritz)

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