Keine oder nur gestutzte Windräder dürfen in einem fünf beziehungsweise 15 Kilometer breiten Radius rund um das neue Wetterradar in Schnaupping errichtet werden. Damit scheiden viele Standorte für Windkraftanlagen in den Landkreises Erding und Ebersberg von vornherein aus. In der Kommunalpolitik herrscht Ernüchterung. Grafik: Stürzer

Wetterradar bremst Energiewende aus

Landkreis - Das Bemühen um die Energiewende hat in den Kreisen Erding und Ebersberg einen herben Rückschlag erlitten. Das liegt am neuen Wetterradar bei Isen.

Die Windkraft soll sich nach dem Ausstieg aus der Atomenergie zu einer der großen Energiequellen entwickeln. Im Landkreis Erding könnte das schwierig werden. Zwar kommt eine Studie des Ingenieurbüros Beermann für den Energieatlas des Landkreises zu dem Schluss, dass es „zahlreiche potenzielle Standorte zur Nutzung durch Windkraftanlagen“ gibt, doch eine nagelneue Einrichtung des Deutschen Wetterdienstes könnte vielen Rädern den Wind aus den Rotoren nehmen.

Es geht um das Wetterradar in Schnaupping bei Isen. Im September wurde im Forst Richtfest gefeiert. Man hätte bei diesem Anlass aber auch gleich eine Trauerfeier abhalten können. Die fast drei Millionen Euro teure Anlage bedeutet nämlich definitiv das Aus für viele Windräder vor allem im südöstlichen und östlichen Landkreis. Denn in einem Umkreis von fünf Kilometern sind gar keine Windkraftanalgen möglich. In einem zweiten, 15 Kilometer breiten Radius gelten strenge Höhenbeschränkungen. Betroffen ist ein Bereich, der östlich von Erding beginnt und bis über Dorfen hinaus reicht. Innerhalb der roten Zone befinden sich auch die Gemeinden Walpertskirchen, Pastetten, Buch am Buchrain, Forstern, Lengdorf, St. Wolfgang und natürlich Isen, auf dessen Flur das Radar steht.

Die Anlage, dessen zwei Millionen Euro teurer Turm in den Schnauppinger Himmel ragt, soll nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes rechtzeitig extreme Wettersituationen melden, damit die Bevölkerung früh vor Hagelstürmen, Orkanen und anderen Unwettern gewarnt werden kann. Das Radar reicht 150 Kilometer weit. Damit es zuverlässig arbeitet, darf es vor allem im Nahbereich nicht gestört werden. Und drehende Rotoren der Windräder könnten eine solche Beeinflussung darstellen. Besonders ärgerlich: In der roten Zone liegen auch zahlreiche Hügellagen, auf denen der Einsatz von Windkraftanlagen besonders effektiv wäre.

Enttäuscht ist man auch im Nachbarkreis Ebersberg. Denn dort scheiden Windräder in vielen Orten ebenfalls aus, betroffen sind wiederum viele gute Lagen.

(Hans Moritz)

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