Wieviel Kerosin regnet es über Bayern?

Flughafen - Der Zwischenstopp einer Boeing 747 im Erdinger Moos, die sich auf dem Flug von Frankfurt nach Mumbai befand, (wir berichteten), beschäftigt nun auch nun Christian Magerl.

Der Landtagsabgeordneter der Grünen möchte mehr darüber wissen, wieviel Kerosin abgelassen werden musste, wie oft dies vorkommt, wie tief die Maschinen fliegen dürfen und ob auch besiedeltes Gebiet betroffen ist. Dazu hat er eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt.

Wegen eines Defekts in der Bordküche hatte sich die Lufthansa-Crew entschlossen, den Flieger über Österreich umdrehen zu lassen. Laut Pressesprecher Michael Lamberti musste dabei Sprit abgelassen werden. Über die Menge habe er keine Auskünfte, „aber es kann nicht so viel gewesen sein, das ist ja nur ein Acht-Stunden-Flug“, sagte er der Heimatzeitung.

Laut Martin Köppl, Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung in München (DFS), wurde im Jahr 2012 im Luftraum vom Brenner bis nach Leipzig und vom Ostufer des Bodensees bis Salzburg neunmal die Freigabe für schnelles Treibstoffablassen erteilt - bei rund 1,45 Millionen kontrollierten Flügen. Kein einziger Vorfall sei in Flughafennähe gewesen. Die Freigabe dürfe nicht unter 1800 Meter über Grund erteilt werden. „Es gibt auch keinen Hinweis, dass diese Höhe unterschritten wurde.“ Dass Kerosin über bewohntem Gebiet abgelassen wurde, kann Köppl nicht ausschließen. „Das Ablassen kann schon zehn bis 20 Minuten dauern. Da legen Großraumflugzeuge große Strecken zurück. Und Deutschland ist sehr stark besiedelt.“

Magerl hatte schon einmal die Thematik ins Kabinett gebracht. Er erinnertt sich: „Nach den Angaben der Staatsregierung regnen jährlich bis zu 300 Tonnen Kerosin wegen Flugabbrüchen auf Bayern, wenn auch fein verteilt.“ (pir)

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