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Nicht im Dauereinsatz ist der Winterdienst auf den Bundesstraßen. Nachts wird nicht geräumt. 

Glatte Strassen

Winterdienst Totalversagen vorgeworfen

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Dorfen - Hat der Winterdienst im Bereich Dorfen am Wochenende total versagt? Fast 16 Stunden lang war die B 15 von Samstag auf Sonntag mehr eine Eisbahn als eine Bundesstraße, berichten Anwohner. Die Folge: Alleine vier Unfälle am B 15-Kreisverkehr bei Oberhausmehring – und zahlreiche wütende Autofahrer.

Dass mit starken Schneefällen und Frost zu rechnen ist, hatten die Wetterdienste schon Tage zuvor angekündigt. Also eigentlich genug Zeit für die für die B 15 zuständige Straßenmeisterei Taufkirchen zur Vorbereitung. Der starke Schneefall begann am Samstag gegen 15.30 Uhr. Angeblich wurde aber bis 23 Uhr die B 15 im Bereich Oberhausmehring weder geräumt noch gestreut, berichten Autofahrer. Kurz nach 23 Uhr krachte es auf der spiegelglatten Straße das erste Mal. Ein Dorfener verlor die Kontrolle über seinen Wagen, geriet auf die Verkehrsinsel und fuhr mehrere Verkehrszeichen um. Kurz vor zwei Uhr geriet ein Busfahrer an der gleichen Stelle ins Rutschen, kam von der Fahrbahn ab und überfuhr einen Fahrbahnteiler mit Verkehrzeichen. Stunden später kam eine St. Wolfgangerin an dieser Stelle mit ihrem Auto ins Rutschen und verursachte einen Auffahrunfall. Wenig später knallte ein weiteres Auto auf der spiegelglatten Straße in die Leitplanke.

Glücklicherweise blieb es bei Blechschäden, verletzt wurde bei den Unfällen niemand. Doch die Frage bleibt, wieso die Straßenmeisterei nicht verstärkt aktiv wurde. Ist doch die B 15 eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, die insbesondere an Wochenenden auch von zahlreichen Bussen mit Wintersportlern stark befahren wird.

Dabei hatte die Dorfener Polizei die Straßenmeisterei noch in der Nacht zum Sonntag auf die gefährliche Situation in diesem Bereich hingewiesen, wie Polizeichef Ulrich Milius bestätigt. Er umschreibt die Situation so: „Am Wochenende und auch am Montagmorgen waren die Straßen nicht gerade in einen sehr guten Zustand.“ Da der Wetterbericht die starken Schneefälle vorhersagte, hätte auch Milius erwartet, „dass besser geräumt wird“. Ein gewisses Verständnis bringt der Dorfener Dienststellenleiter aber für die Straßenmeisterei trotzdem auf. „Es ist ja zu verstehen, dass nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen und Personal vorhanden ist“. Für Milius müsste es aber Priorität haben, „vor allem an neuralgischen Stellen zu salzen“. Das ein guter Winterdienst für Sicherheit sorgt, habe sich am Dienstag gezeigt, als die Straßen wieder frei waren: Da hat die Dorfener Polizei keine Unfälle verzeichnet.

Nachts wird nicht geräumt

Norbert Nietfeld, Dienststellenleiter der Straßenmeisterei in Taufkirchen, kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Am Samstag sei zwischen 5 und 9 Uhr, zwischen 17 und 20 Uhr und am Sonntag zwischen 4.30 und 12.30 Uhr und zwischen 16.30 und 20.30 Uhr geräumt worden. Mitursächlich für die glatten Straßen sei aber der strenge Frost, der das Salz nahezu wirkungslos mache. Überdies vertritt Nietfeld die Ansicht, dass Autofahrer im Winter mit extremen Straßenverhältnissen immer rechnen müssten. Für Bundesstraßen gelte ohnehin, das nachts prinzipiell zwischen 22 und drei Uhr morgens der Winterdienst nicht fahre. Ausnahme seien extreme Witterungsbedingungen. „Wir haben keinen 24-Stunden-Dienst wie auf der Autobahn“, so Nietfeld. Das Problem sei auch, dass Autofahrer vom Winterdienst „total verwöhnt“ seien. Die Straßen seien im Winter die allermeiste Zeit von Schnee und Eis befreit. „Das wird wohl immer erwartet.“ Sein Tipp an Autofahrer: „Bei einer anstehenden Fahrt einfach genügend Zeit einplanen. Dann gibt es keinen Stress.“

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