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Kleidung, Spielsachen, Gerätschaften: Die Siedler-Interessengemeinschaft Hofsingelding mit ihrem Vorsitzenden Wolfram Moltke (r.) hatte erstmals einen Garagenflohmarkt organisiert – eine kommunikative Veranstaltung.

1. Garagenflohmarkt in Hofsingelding

Trödeln im Hollywood von Wörth

Die bunten Luftballons wiesen den Weg: Wo sie im milden Sommerlüftchen den Besuchern aufmunternd zunickten, dort war man zum ungestörten Stöbern eingeladen

VON VRONI VOGEL

Hofsingelding . Diesen Samstag fand in Hofsingelding der erste Garagenflohmarkt statt, den die Siedler-Interessengemeinschaft Hofsingelding organisiert hatte.

Vorsitzender Wolfram Moltke erzählte, wie es dazu kam: Eine Mutter aus dem Ort habe ihn angesprochen und die Aktion angeregt, die prompt in die Tat umgesetzt wurde. Er selbst kenne die Garagenflohmärkte aus Forstinning und habe die Idee sehr schön gefunden. Knapp 50 Anbieter machten mit. Die Siedler-Interessengemeinschaft koordinierte die nette Veranstaltung unentgeltlich. „Den Erlös behält jeder für sich“, so Moltke. Der Hofsingeldinger präsentierte vor seiner Garage Bücher, Kinderspielzeug, Lampen und eine Schatzkiste für die Kinder, in der es sogar goldglänzende Münzen zu entdecken gab.

Platz schaffen für Neues, lautete die Devise. Dabei ist es Moltke nicht ganz leicht gefallen, sich von vertrauten Gegenständen zu verabschieden. „Meine Frau kann sich leichter von was trennen. Ich bin eher der Sammler.“

Ganz besonders wichtig war vielen beim Flanieren durch den Ort der soziale Aspekt: „Man kommt ins Gespräch“, sagte Moltke. Er habe an diesem Tag nette Neubürger kennen gelernt – eine junge Familie, die sich im Herbst in Hofsingelding häuslich niederlassen will.

Franziska Rützel-Richthammer erinnerte der Garagenflohmarkt an „Hinterhofflohmärkte aus der Stadt“, die sie schon früher kennengelernt hat. „Eine grandiose Idee fürs Gemeinschaftsleben. Man ist im Austausch“, meinte auch sie. „Hofsingelding ist eine schöne Dorfgemeinschaft mit Offenheit dem Neuen gegenüber.“ Der Ortsteil sei schon mal als „das Grünwald von Erding“ bezeichnet worden, meinte sie schmunzelnd.

Er kenne Hofsingelding als „Hollywood von Wörth“, ergänzte Moltke – vielleicht, weil’s ein bisserl weiter oben liegt. Wie auch immer, eine Liebeserklärung ist es allemal. Carsten Rapsch sah im Ortsteil „eine Schlafsiedlung, wo viele pendeln“. Deshalb war für ihn beim Garagenflohmarkt das Schönste die lockere Kommunikation mit Nachbarn und Spaziergängern. Rapsch, der sportlich unterwegs ist, hatte einiges an Outdoor-Utensilien vor seiner Garage aufgebaut.

Von einer längst vergangenen Dino-Phase mit vielen Spielzeugsauriern erzählte ein anderer Stand gleich nebenan. Man habe in der Familie vorher besprochen, was man hergeben wolle, „mit dem Bewusstsein, dass es nicht weggeschmissen wird“, meinte ein anderer Aussteller. Diesen Gedanken fand auch Carsten Rapsch wichtig: „Die Sachen leben woanders weiter.“ Franz und Gertraud Andor haben beschlossen, den Flohmarkterlös ihrer Enkelin Marie zu geben, die als Studentin das Geld gut brauchen könne. Reiseführer, Bücher, Haushaltsartikel und sogar ein E-Bike waren in ihrem Angebot.

Am Samstagvormittag hielt sich der Besucheransturm noch in Grenzen, nicht aber die Freude, beim Nachbarn vorbeizuschauen. An vielen Stationen gab’s Kaffee und Kuchen. Eine Besucherin regte an, eine solche Aktion verstärkt in den sozialen Medien zu veröffentlichen, um gezielt junge Leute anzusprechen.

Nach einer Wiederholung der netten Aktion in Hofsingelding gefragt, meinte Moltke mit vorsichtigem Optimismus: „Schaun wir mal, wie’s läuft. Ich könnte mir schon vorstellen, es noch mal zu machen.“

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