Viele Fragen zum Lärmschutz, zur Bauzeit und zur Streckennutzung stellten Anwohner bei einer Online-Veranstaltung der Bahn zum zweigleisigen Ausbau auf dem Streckenabschnitt zwischen Wörth, Pastetten und Ottenhofen. Projektleiter Max Cibis erläuterte die Planungen, Alexandra Kratsch moderierte.
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Viele Fragen zum Lärmschutz, zur Bauzeit und zur Streckennutzung stellten Anwohner bei einer Online-Veranstaltung der Bahn zum zweigleisigen Ausbau auf dem Streckenabschnitt zwischen Wörth, Pastetten und Ottenhofen. Projektleiter Max Cibis erläuterte die Planungen, Alexandra Kratsch moderierte.

Anwohner der ABS 38 konfrontieren Bahn bei Online-Veranstaltung mit ihren Sorgen

Angst vor Lärm und Wertminderung

Schall- und Erschütterungsschutz, Zuggeschwindigkeiten, Bauphase, Umgestaltung des Bahnkörpers, Natur- und Umweltschutz: Viele Themen bestimmten die Online-Veranstaltung, mit der die Bahn die Ausbaustrecke ABS 38 auf dem 7,2 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen den Gemeinden Wörth, Pastetten und Ottenhofen vorstellte.

Südlicher Landkreis – Im Sommer sollen die Unterlagen für das Genehmigungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden. Laut Bahn nahmen an der Online-Veranstaltung 120 Personen teil. Die zahlreichen Fragen wurden per Chat gestellt. Projektleiter Max Cibis erläuterte die Planungen, Alexandra Kratsch (Öffentlichkeitsarbeit) moderierte. In den vielen schriftlichen Fragen spiegelten sich die Befürchtungen und die Kritik betroffener Bahnanlieger wider.

„Warum legt die Bahn ihre Gleise nicht in einen Trog. Sind wir das nicht wert?“, lautete eine Frage für den Ortsbereich Hörlkofen. Das sei eine Frage der Wirtschaftlichkeit, erwiderte der Projektleiter und betonte: „Das wäre viel zu teuer.“

Für Hörlkofen wurde weiter gefragt: „Warum ist kein Schallschutz zum Wochenendhausgebiet an der Ziegeleistraße vorgesehen?“ Um das zu klären, soll erneut mit dem Gutachter Rücksprache gehalten werden. Zur geplanten großen Straßenbrücke an der Rottmanner Straße wurde nachgehakt, wie künftig Radfahrer und Fußgänger über das Bahngleis kämen. Die Radler hätten die Straße zu benutzen, fußläufig sei ein Notweg begehbar. Für einen Geh- und Radweg gebe es keine Lösung.

Warum in Unterschwillach der Schallschutz größtenteils nur 1,5 Meter hoch sei, war eine weitere Frage. Das hänge mit den Nutzungs- und Wohneinheiten zusammen. „Der Gutachter schaut auf die Belastungen.“ Gefordert wurde außerdem Lärmschutz für die südliche Bebauung in Unterschwillach. „Der Gleiskörper bleibt so wie bisher“, war die Antwort auf die Frage, ob der Bahndamm in diesem Bereich abgetragen oder aufgeschüttet werden soll.

Die Sorge, dass grundsätzlich mit einer Wertminderung der Immobilien durch Lärmbelastung und erhöhte Zugfrequenz zur rechnen sei, hielt Cibis aus Sicht der Bahn für wenig wahrscheinlich. Schließlich werde „zum ersten Mal“ in diesem Bereich eine Lärmvorsorge betrieben, die sich trotz Zweigleisigkeit und mehr Zugverkehr positiv auswirke.

In diesem Zusammenhang wollte jemand wissen, wie hoch das Zugaufkommen nach dem Streckenausbau sei. Für beide Richtungen gelte: Der heutige Nahverkehr werde sich verdoppeln, beim Güterzugverkehr sei mit einem Aufschlag von 30 Prozent zu rechnen. Künftig werde auch Fernverkehr mit rund 20 Zügen die Ortschaften mit einer Geschwindigkeit von maximal 200 km/h passieren, ohne in den Ortschaften zu halten. Nachts würden in jedem Fall weniger Züge fahren, aber es gebe keine Betriebspause. „Neue Gleise ziehen weiteren Bahnverkehr nach sich“, war dazu ein Chatkommentar. Ziel sei, dass letztlich „alle Züge nach Inbetriebnahme elektrisch fahren“, wobei eine gewisse Übergangszeit einkalkuliert werde, informierte der Projektleiter der Bahn weiter.

„Haben auch Weiler eine Chance auf Schallschutz? Oder wird hier geschlampt wie bei der A 94?“, wurde befürchtet. Cibis führte erneut den „unabhängigen Gutachter“ an, der die Schutzbedürftigkeit prüfe. „Schallschutzfenster nützen mir nichts, wenn ich später im Garten keine Ruhe mehr habe“, wurde kritisch angemerkt.

Cibis sagte klipp und klar: „Während der Bauphase wird’s laut.“ Es werde auch am Wochenende und teils nachts gearbeitet. Der Beginn für den zweigleisigen Ausbau auf diesem Streckenabschnitt sei für 2026 avisiert, der Bau werde voraussichtlich drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen.

In einer schriftlichen Wortmeldung wurde gefragt, was es mit dem „besonders überwachten Gleis“ in Bereichen mit Wohnbebauung auf sich habe. Dieses Konzept sehe zur Lärm- und Erschütterungsreduktion regelmäßige Schienenschleifungen mit technischer Überwachung vor, lautete die Antwort.

Auch der Natur- und Umweltschutz wurde angesprochen. Wenn wertvolle ökologische Ausgleichsflächen wie an der Rottmanner Straße durch das Brückenbauwerk wegfielen, werde für gleichwertigen Ersatz an anderer Stelle gesorgt, hieß es. Rotwild könne die Gleisstrecke immer noch überqueren, wo keine Schallschutzwände verbaut seien.

Am Ende der zweistündigen Online-Veranstaltung wies Alexandra Kratsch darauf hin, dass auch im Nachgang schriftliche Fragen beantwortet würden. Einwendungen könnten bereits jetzt an die Bahn geschickt werden.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht auf www.abs38.de zur Verfügung

Vroni Vogel

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