Schulen in Brandenburg sollen im Regelbetrieb starten
+
Bessere Luft im Klassenzimmer: Die Gemeinde Walpertskirchen gibt viel Geld aus, um die Grundschule mit stationären raumlufttechnischen Anlagen nachzurüsten. In Wörth geht man diesen Schritt beim Kinderhaus (Symbolbild).

Wörth und Walpertskirchen rüsten Kinderhaus und Grundschule mit stationären Anlagen nach

Bessere Raumluft und mehr Virenschutz

Die Gemeinden Wörth und Walpertskirchen geben viel Geld aus, um Kinderhaus beziehungsweise Grundschule mit stationären raumlufttechnischen Anlagen nachzurüsten. Damit trägt man auch dem Infektionsschutz Rechnung.

Hörlkofen/Walpertskirchen – Sowohl Wörth als auch Walpertskirchen tätigen beachtliche Investitionen, um Kinderhaus beziehungsweise Grundschule mit stationären raumlufttechnischen Anlagen nachzurüsten. Beide Gemeinden können dabei auf den 80-prozentigen Zuschuss eines Bundesförderprogramms zugreifen, das Ende des Jahres ausläuft. Die Zuschusszusagen lägen vor. Mit der Machbarkeitsstudie und dem Einbau wurde Fachmann Wolfgang Moises aus Wörth beauftragt.

In der Sitzung am Montag gab das Wörther Gremium Grünes Licht für die Ausstattung des kommunalen Kinderhauses in Hörlkofen mit den angegliederten Räumen im alten Rathaus. Insgesamt sollen 18 Zimmer mit Aufenthaltsfunktion die Anlagen zum Infektionsschutz erhalten. Wie der Ingenieur für Energie- und Umwelttechnik erläuterte, besitzen diese einen CO2-Fühler, um bei Bedarf für Frischluftzufuhr zu sorgen. Außerdem seien die Anlagen mit einem Wärmerückgewinnungssystem versehen und überaus geräuscharm.

Die Gesamtmaßnahme mit einem größeren Kostenpuffer für „Unvorhergesehenes“ liegt laut Schätzung bei etwa 426 000 Euro, wobei Wörth rund 85 200 Euro zu zahlen habe. Es sei auch hinsichtlich der Energieeinsparung eine Investition in die Zukunft. Das Kinderhaus sei dann mit einem Passivhaus vergleichbar. Die Anschaffung sei „alternativlos“ und zum Schutz von Kindern und Personal zu tätigen, meinte Vizebürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD). „Eine Supersache“, kommentierte Thomas Altmann (SPD/parteifrei). Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) sagte zum Umfang, dass man „in die Vollen gegangen“ sei und sich „in den besten fachkundigen Händen“ befinde.

Die Gemeinde Walpertskirchen rüstet per einstimmigen Ratsbeschluss fünf Räume der Grundschule inklusive Sporthalle mit den gleichen stationären Anlagen nach. Es sei hier mit 250 000 Euro zu rechnen, wobei der gemeindliche Anteil bei etwa 50 000 Euro liege. Der Altbau der Schule besitzt bereits ein derartiges System.

Die Machbarkeitsstudie ging bei der Nachrüstung von maximal neun Räumen aus, was eine Gesamtsumme von rund 360 000 Euro bedeutet hätte. Nachdem die Schulküche mit einem Abluftsystem betrieben werde, andere Räume wie das Lehrerzimmer, der Werken- und Handarbeitsbereich nicht permanent genutzt würden, diese Zimmer gelüftet und mit mobilen Luftreinigungsgeräten versehen werden könnten, entschied das Gremium einstimmig, diese vier Räume auszunehmen. Zwei Klassenzimmer, der Mehrzweckraum, die Sporthalle und der Physikraum sollen hingegen ausgestattet werden. Letzterer werde auch von der Offenen Ganztagsschule genutzt, Mehrzweckhalle und -raum zudem außerschulisch.

„Ein sinnvolles Investment“, meinte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) zur abgespeckten Version. Grünen-Rat Stephan Glaubitz hielt es für praktikabel, die weniger frequentierten Räume mit den bereits gekauften mobilen Luftreinigungsgeräten zu versehen.

Josef Glockshuber (FW) hakte nach, wie viel die jährliche Wartung koste, da die stationären Anlagen regelmäßig gereinigt und die Filter ausgewechselt werden müssten. Hier sei mit 2000 bis 3000 Euro pro Jahr zu rechnen, je nachdem, ob der Bauhof gewisse Arbeiten übernehme und in welchem Umfang ein Wartungsbetrieb beauftragt werde, war die Antwort des Fachmanns. Beim Vertrag mit einer Wartungsfirma seien Gewährleistungsfragen ein wichtiges Kriterium.

Christian Büchlmann (FW) wollte wissen, ob die Ausstattung lieferbar sei, was bejaht wurde. Allerdings sei es ratsam, diese wegen der großen Nachfrage bald zu bestellen. Katharina Bublak (FW) fragte, wann der Einbau erfolgen solle, und ob der Unterrichtsbetrieb beeinträchtigt werde. Man wolle dafür die Oster- und Pfingstferien nutzen, erwiderte Moises. Diese Zeitvorgabe gelte auch für Wörth.

Vroni Vogel

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare