Ein Wörther Ehepaar war in Nordafrika auf Campingtour. Aufgrund der Corona-Krise wollten sie zurückfahren, doch die spanische Grenze ist gesperrt.
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Warten, dass sie nach Hause können: Das Wörther Ehepaar vor seinem Wohnmobil. Dahinter reihten sich gestern rund 400 Camper und Autos, die alle nach Spanien einreisen wollen.

Auswärtiges Amt will helfen

Corona-Krise: Wörther Camper stecken in Marokko fest weil spanische Grenze gesperrt ist

  • Gabi Zierz
    VonGabi Zierz
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Ein Wörther Ehepaar war in Nordafrika auf Campingtour. Aufgrund der Corona-Krise wollten sie zurückfahren, doch die spanische Grenze ist gesperrt.

Wörth/Marokko – Sie sind Weltenbummler und seit Jahrzehnten mit dem Wohnmobil unterwegs, waren in Afrika, Asien und Nordeuropa. So starke Nerven wie aktuell in Marokko, hat das Wörther Ehepaar noch nie gebraucht. Gemeinsam mit unzähligen anderen Campern warten die beiden Senioren seit Tagen mit ihrem „Wohni“ auf die Einreise nach Europa. Die spanische Regierung hat die Grenze geschlossen. Jetzt hat sich das Auswärtige Amt eingeschaltet.

„Wir sind schon zum zweiten Mal in Marokko, um den Winter zu verkürzen und die Infektionsgefahr mit Erkältungen und Grippe auf ein Minimum zu reduzieren“, schreibt die 68-jährige Wörtherin per E-Mail an unsere Zeitung. Seit 10. Februar fahren sie durch das nordafrikanische Land, bis Mitte April wollten sie bleiben. „Als die ersten Coronafälle auftraten, waren wir in der Wüste. Seitdem haben wir uns im Süden Marokkos aufgehalten, da hier die Ansteckungsgefahr am geringsten ist.“ Das ist vor allem für den Ehemann wichtig, denn er „nimmt Immunsuppresiva und gehört zur Höchstrisikogruppe“.

Auswärtiges Amt empfiehlt Rückkehr nach Deutschland

Nachdem das Auswärtige Amt empfohlen hatte, nach Deutschland zurückzukehren, machten sich auch die Wörther auf den Weg zur Grenze nach Ceuta. Die spanische Enklave liegt an der nordafrikanischen Küste. In Ceuta waren die Wörther anfangs noch guter Dinge. Doch „plötzlich erhielten wir die Nachricht, Spanien würde die Grenzübergänge schließen“. Alles wurde dicht gemacht. Mittlerweile stehen an die 400 Wohnmobile dort in der Schlange. Es geht weder vor, noch zurück.

Die Situation an der Grenze ist angespannt. „Hier gibt es weder Wasser noch Toiletten, noch Entsorgung. Wir sind im Wohni autark. Es gibt aber auch Menschen im Pkw, die dann bei uns auf die Toilette gehen. Natürlich mit Desinfektionsmittel“, schreibt das Ehepaar. Gemeinsam mit anderen Campern richtete es einen Hilfs appell ans Auswärtige Amt. Die Behörden arbeiten an einer Lösung des Problems.

Gabi Zierz

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