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Corona: Zweite Infektion in Hörlkofener Asylheim

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Von: Hans Moritz

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So viele Covid-19-Patienten gibt es in den Gemeinden seit Ausbruch der Pandemie. © LRA Erding

In der Flüchtlingsunterkunft in Hörlkofen gibt es einen zweiten Covid-19-Fall. Es handelt sich wiederum um einen Mann, der aber mit der am Dienstag dieser Woche bekannt gewordenen Ansteckung nicht in direktem Zusammenhang steht.

Erding/Hörlkofen –  Das betonte am Freitag Andrea Wolf vom Sozialamt der Kreisverwaltung vor der Presse. Sie berichtete, dass beide Infizierte, die kaum Symptome zeigten, sowie eine unmittelbare Kontaktperson unter Quarantäne stünden. Wolf betonte aber auch, dass sich die 17 weiteren Bewohner frei bewegen dürften. Zu verdanken haben sie das einer relativ jungen Einschätzung des Robert-Koch-Instituts. Der zufolge gilt die 14-tägige Quarantäne nur für Kontakte, die sich länger als 15 Minuten in unmittelbare Nähe befunden haben. Ansonsten dauert die Quarantäne bei Symptomfreiheit nur noch bis zum Vorliegen eines – negativen – Tests.

Keine Notwendigkeit der Verlegung

Die Regierung von Oberbayern sieht laut Landrat Martin Bayerstorfer derzeit keine Veranlassung, die beiden Infizierten zu separieren. Auch Bad und WCs der Gemeinschaftsunterkunft dürfen sie nach Angaben Wolfs weiter nutzen – nach einem Belegungsplan sowie unter strengen Hygiene- und Desinfektionsplänen. Versorgt werden die Infizierten vorerst durch einen Caterer. Die Küche bleibt ihnen verwehrt.

Mittlerweile sind alle Bewohner getestet, was die zweite Covid-19-Infektion zu Tage gebracht hatte. Wolf sagte, die Reihentests würden regelmäßig wiederholt.

Im Landkreis Erding besteht die Gefahr, dass eine Frau mehrere Personen mit dem Coronavirus angesteckt hat. Nun müssen alle Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Quarantäne.

Aktuell 41 Covid-19-Fälle

Insgesamt meldete das Gesundheitsamt am Freitag drei neue Infektionen, neben der Hörlkofener zwei weitere aus Erding und Moosinning. Damit haben sich seit März 615 Bürger mit dem Virus infiziert. Die Summe der aktuell Erkrankten ist dennoch auf 41 gesunken, denn seit Freitag gelten acht Personen als genesen, insgesamt 563.

Die Lage im Klinikum bleibt entspannt. Drei Covid-19-Fälle werden dort behandelt, allerdings weiterhin keiner auf der Intensivstation.

Bayerstorfer bereitet Sorge, dass immer weniger Bürger die Screeningstelle am Erdinger Schwimmbad aufsuchen. „Je mehr Abstriche genommen werden, desto mehr Sicherheit haben wir“, betonte er. Bei wenig Tests steige die Dunkelziffer. Das Virus könnte sich unbemerkt wieder stärker ausbreiten.

Es muss mehr getestet werden

„Es ist nicht das Problem, dass das Personal aus Heimen und Kliniken zu wenig getestet wird. Mir wäre lieber, mehr Bürger, die jedwede Symptome zeigen, würden sich vom Hausarzt an die Screeningstelle überweisen lassen.“ Er befürchtet, dass die maximale Fünf-Tage-Quarantäne bis zum Vorliegen des Ergebnisses manche abschrecke. Am Freitag ließen sich nur 17 Personen einen Rachenabstrich nehmen. Die Screeningstelle ist wegen der ruhigen Lage nur noch montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Lokale öffnen am Montag wieder

Bayerstorfer wies auf weitere Lockerungen der Corona-Verbote hin. Ab Montag dürfen alle Speiselokale ihre Innenräume von 6 bis 22 Uhr öffnen – mit den bekannten Hygiene- und Abstandsregeln. Bei den Biergärten ist aber weiterhin bereits um 20 Uhr Schluss – eine Regelung, „deren Sinn sich mir nicht erschließt“, bemängelte Bayerstorfer. Auch bei den Kindergärten gibt es Neuerungen (Bericht folgt). HANS MORITZ

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