„Eine Idee wird Realität“: Stolz ist Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl auf den gemeindlichen Geschosswohnungsbau mit hohem Nachhaltigkeitsstandard.
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„Eine Idee wird Realität“: Stolz ist Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl auf den gemeindlichen Geschosswohnungsbau mit hohem Nachhaltigkeitsstandard. Die zehn Wohnungen sind bezogen.

Thomas Gneißl über Corona-Einschränkungen und wichtige Projekte in der Gemeinde Wörth

„Da fehlt ein großes Stück des Miteinanders“

Im Gespräch mit unserer Zeitung geht Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) auf Erfolge und Schwierigkeiten ein, die das Jahr 2020 mit sich brachte.

Wörth – Als „Highlight“ bezeichnet Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) den kommunalen Geschosswohnungsbau im neuen Wörther Baugebiet an der Breitöttinger Straße. Im Gespräch mit unserer Zeitung geht der Gemeindechef auf Erfolge und Schwierigkeiten ein, die das Jahr 2020 mit sich brachte.

Kommunaler Wohnungsbau

„Eine Idee wird Realität – das Haus ist jetzt mit Leben erfüllt“, sagt Gneißl zum Gemeindebau mit zehn Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts, die inzwischen bezogen sind. Stolz ist der Bürgermeister auch darüber, dass das Haus einen guten Nachhaltigkeitsstatus habe. Dafür habe man bewusst mehr Geld ausgegeben. Die fertiggestellte Siedlung hat gut 30 Parzellen.

Weitere Baugebiete sollen in Hörlkofen und Hofsingelding entstehen, „weil wir einen gewissen Nachholbedarf spüren“. Für Hörlkofen Nord wurde der Aufstellungsbeschluss bereits gefasst. In Hofsingelding wurde eine Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet entnommen, um dort weitere bauliche Entwicklung zu ermöglichen.

„Wir werden uns Gedanken machen müssen über neue Wohnformen“, so Gneißl. Die Entwicklung der Grundstückspreise erfordere neue Wege. Der Bürgermeister nennt hier Stichworte wie Eigentumswohnungsbau und genossenschaftliches Bauen.

Management fürs Sturzflut-Risiko

Mit dem Sturzflut-Risiko-Management wurde Wörth zur Pilotgemeinde in Bayern. Ende des Jahres soll das komplette Konzept fertig sein. Alle Informationen habe die Gemeinde öffentlich zugänglich gemacht, um sie den Behören, anderen Kommunen und den Bürgern zur Verfügung zu stellen. Gneißl: „Wir haben alle unsere Kanäle bespielt.“

Anfang 2021 will man das Konzept noch einmal final der Öffentlichkeit vorstellen. Dann gelte es, die digitalen Geländemodelle der Wirklichkeit anzupassen und ein Maßnahmenbündel auf den Weg zu bringen. Bei der Verwirklichung der Schutzvorhaben sei man auf die Öffentlichkeit angewiesen. Es gehe hierbei auch um Grunderwerb. Das Einlaufbauwerk in Wifling wurde bereits saniert, um für Starkregenereignisse gerüstet zu sein.

Neues von den Kindergärten

„Der Kindergartenneubau in Wörth ist in der Planung“, informiert der Bürgermeister weiter. Der kirchliche Kindergarten soll dabei dank zweistöckiger Bauweise von vier auf sechs Gruppen aufgestockt werden – ein Ziel, für das sich die Kommune stark engagiert hat, um dem Bedarf an Plätzen Rechnung zu tragen. „Die Gemeinde hat diesen Prozess auf den Weg gebracht.“

Das kommunale Kinderhaus in Hörlkofen beherbergt neun Gruppen (zwei Krippen-, vier Kindergarten-, zwei Hortgruppen und einen Schulkindergarten). Um Wartelisten zu vermeiden, habe die Gemeinde über einen Nutzungssplit im Zwergerlgarten eine Kindergartengruppe als Übergangslösung geschaffen. Geplant sei letztlich, auch eine Wald-Kindergartengruppe zu etablieren.

Lernlandschaften in der Schule

Die bestandsorientierte Schulerweiterung nach dem Konzept Lernlandschaften wird die Gemeinde noch länger beschäftigen. Eine generationsübergreifende Begegnungsstätte soll der Hörlkofener Spielplatz werden. „Wir stehen vor der Umsetzung“ mit Kosten von rund 350 000 Euro. Ein weiteres Projekt: der Neubau der Wasserwachthütte in einer „maßvollen Dimensionierung“. Hier werde man mit der Begehbarkeit der Veranda ein großes Anliegen vieler Badegäste berücksichtigen, verspricht Gneißl.

Positive Erlebnisse in der negativen Krise

Verwirklicht wurde zudem ein Energieeffizienz-Modell fürs Wasserwerk mit Pumpenaustausch, einem auf die aktuelle Situation ausgerichteten Betrieb der Aufbereitungsanlage und einer optimierten Steuerungs- und Regeltechnik. Kostenpunkt: 100 000 Euro.

„Alle diese Entwicklungen sind relativ wenig von Corona tangiert worden“, bilanziert Gneißl. Allerdings sei sehr einschneidend gewesen, „dass gemeinschaftliches Leben nicht mehr stattfand“ – keine Vereinsfeste, keine Seniorennachmittage, keine kirchlichen Festtage. „Im Rückblick merkt man, was einem alles abgeht und auch, was in einer Gemeinde alles so geboten ist. Da fehlt ein großes Stück des Miteinanders.“ Doch es seien im Gegenzug viele kreative Ideen und Unterstützungsmechanismen entwickelt worden: „Das war in der negativen Krise ein positives Erlebnis.“

Online-Präsentation

Eine umfassende Bilanz mit Videopräsentation zur Bürgerversammlung, die wegen Corona entfallen musste, wird auf www.vg-hoerlkofen.de zu finden sein.

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