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Klangduo trifft Wortsolist: das Ensemble B.Ö.F. mit (v. l.) Markus Renhart und Michaela Bauer sowie Autor Peter B. Heim.

Wörther Sommerkonzert

Eine poetische Klangreise

Wörth – Eine musikalische Lesung der besonderen Art begeisterte im Wörther Pfarrheim mehr als 100 Besucher.

"Klang-Duo trifft Wort-Solist“: Unter diesem Motto stand die musikalische Lesung im Wörther Pfarrheim. Auf Einladung des Bildungskreises Wörth-Hörlkofen hatten das Ensemble Bayerisch Österreichischer Feinklang (B.Ö.F.) mit Michaela Bauer (Akkordeon) und Markus Renhart (Klarinette) sowie Autor Peter B. Heim zu einer poetischen Klangreise eingeladen.

Bauers seelenvolles Akkordeonspiel begeisterte. Sie stellte im Duo mit dem Klarinetten-Virtuosen Markus Renhart ganz verschiedene Musikgenres vor. Ein Präludium in c-Moll von Johann Sebastian Bach, ein spritziges Allegro von Wolfgang Amadeus Mozart und anrührende Filmmusik aus „Jenseits der Stille“ waren zu hören. In einer von Bach inspirierten Eigenkomposition verbanden sich barocke Klangmuster mit zeitgenössischem Drive. B.Ö.F. unternahm Musikstreifzüge in die Tierwelt. „Little Sheep“ bezauberte, und beim „Brontosaurus Walk“ stapfte der urzeitliche Riese mitten durch den Raum. Entrücktes, traumverlorenes Innehalten verströmte sich in „Après un rêve“ von Gabriel Fauré.

Im Kontrast dazu stand das selbst verfasste B.Ö.F.-Stück „Pongauer Landler goes zu Ireland“ – da ging folkloristisch die Post ab – ebenso wie im Reißer „Balkanfieber“ von Matthias Anton & Hans-Günther Kölz.

Autor Peter B. Heim hatte seine Texte auf die Musikauswahl abgestimmt und drei von den vier Geschichten extra für den Abend geschrieben. Sie handeln von besonderen Begegnungen, in denen zwischenmenschliche Verwicklungen, glückliche und schwere Momente dafür sorgen, dass plötzlich nichts mehr so ist, wie es war. In seiner unaufgeregten Erzählweise begleitete Heim seine Figuren, schickte sie hinaus in die Welt, gestand ihnen ein Eigenleben zu, das vom Publikum „fertig gedacht“ werden konnte und gab keine seiner Protagonisten preis. Davor schützte die Figuren Heims achtsames Schreiben.

Die vielen Zuhörer erklatschten am Ende drei Musikzugaben. Wie beim ersten Sommerkonzert wurde ein Teilerlös für die Renovierung der Wörther Kirche gespendet. Aus beiden Veranstaltungen kamen dafür über 500 Euro zusammen, worüber sich Organisatorin Vera Naab mit dem Helferteam sehr freute.

Vroni Vogel

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