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Kreistag stimmt, trotz Einwände seitens des Bund Naturschutzes, für die Herausgabe von neuem Bauland

Einstimmiges Votum für Beschneidung des Landschaftsschutzgebiets in Hofsingelding

Bund Naturschutz unterliegt Kreistag

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Auf diese Abstimmung hat Thomas Gneißl zweieinhalb Jahre gewartet. Im Dezember 2016 hatte der Bürgermeister der Gemeinde Wörth beantragt, südlich des Ortsteils Hofsingelding 33 000 Quadratmeter aus dem über 1,5 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet (LSG) Sempt-Schwillach-Tal herausnehmen zu dürfen. Am Montag gab der Kreistag endgültig Grünes Licht.

Wörth/Erding –  Gneißl hatte dieses Ansinnen mit einer städtebaulichen Notwendigkeit begründet. Wörth habe nämlich kaum noch Möglichkeiten der Entwicklung. Die Kapazitäten für neues Bauland vor allem in Wörth, Wifling und Hörlkofen seien nahezu erschöpft. Seine Gemeinde sei mit die einzige, die so gut wie kein Bevölkerungswachstum mehr aufweist.

Im Oktober 2017 war der Kreistag drauf und dran, die Herausnahme zu erlauben, so wie es der Umweltausschuss zuvor befürwortet hatte. Doch dann kam Gneißl sein Erdinger Amtskollege, OB Max Gotz, dazwischen. Er hatte gefordert, zuvor müsse untersucht werden, ob sich eine Bebauung der Fläche nachteilig auf den Hochwasserschutz für die Große Kreisstadt auswirken könnte. Das Wasserwirtschaftsamt konnte vor ziemlich genau einem Jahr Entwarnung geben.

Daraufhin legte das Landratsamt die Pläne öffentlich aus. Gestern im Kreistag verkündete Claudia Lex von der Unteren Naturschutzbehörde die Ergebnisse.

Ablehnend zu Wort gemeldet hatte sich nur der Bund Naturschutz (BN). Er ist der Auffassung, dass die geplanten Änderungen Schutzziel und -zweck des LSG widersprächen. Denn eine Beliebigkeit von Planungen sollte zum Schutz der Natur durch ein LSG ja gerade verhindert werden. Dem BN „fehlt eine nachvollziehbare und überzeugende Begründung“. Nicht einmal die rechtlichen Voraussetzungen seien gegeben. Der Bedarf werde ebenso wenig begründet wie die zwingende Notwendigkeit, ausgerechnet dieses Areal dem Wohnungsbau opfern zu müssen. Für den Fall der Herausnahme fordert der BN eine Ersatzfläche.

Lex erwiderte, insgesamt bleibe der Schutzzweck erhalten, es gehe nur um eine kleinere Teilfläche. Hinzu komme, dass es bereits eine asphaltierte Zufahrt, ein Einfamilienhaus und einen Bolzplatz gebe. Ein weiterer Bereich werde intensiv landwirtschaftlich genutzt. Aus fachlicher Sicht, so Lex, spreche nichts gegen die Herausnahme.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) zeigte sich befremdet ob der BN-Einwände. Er dankte Gneißl für die gute Zusammenarbeit und die Geduld. Auch Gotz machte sich für die Nachbarn im Süden stark. „Das Verständnis, das Wörth für die Erdinger Belange gezeigt hat, ist sicher gut für die weitere Zusammenarbeit.“ Das konnte nur als Fingerzeig verstanden werden, dass Erding und Wörth beim Hochwasserschutz für die Kreisstadt (wieder) besser und vertrauensvoller zusammenarbeiten wollen. Vor allem der geplante Damm vor einem Rückhaltebecken bei Niederwörth hatte beide Seiten zeitweise entzweit.

Günther Kuhn (Grüne) meinte zwar, dass ein LSG-Ersatz nicht vorgesehen sei, „aber darum sollte man sich dennoch bemühen“. Dies gab Bayerstorfer an den im Zuschauerraum sitzenden Wörther Rathauschef weiter. Der Herausnahmebeschluss erging einstimmig. Jetzt beginnt die Bauleitplanung.

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