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Die Restaurierungsarbeiten in den vergangenen gut zwei Jahren hat Kirchenpfleger Stephan Schletter begleitet.

St. Peter Wörth nach dem Brand: Interview mit Kirchenpfleger 

„Das Ende der Sanierung ist absehbar“

Die Pfarrkirche St. Peter öffnet wieder ihre Türen.

WörthOstern vor zwei Jahren: Ein Brand verwüstet die Wörther Pfarrkirche St. Peter. Jetzt sind die Restaurierungsarbeiten soweit abgeschlossen, dass das Gotteshaus wieder eröffnet werden kann. Am Mittwoch 9. Mai, kommt Weihbischof Bernhard Haßlberger um 18 Uhr zum Festgottesdienst. Wie die Arbeiten gelaufen sind und was jetzt noch zu tun ist – wir sprachen mit Kirchenpfleger Stephan Schletter.

-Herr Schletter, nach langwieriger Restaurierung steht die Wörther Kirche vor der Wiedereröffnung. Welche Gefühle bewegen Sie?

Stephan Schletter:Ich bin erstmal erleichtert, dass die Pfarrgemeinde in ein paar Tagen wieder einen Mittelpunkt hat, um Gottesdienst zu feiern. Nun ist ein großes Stück geschafft. Nichtsdestotrotz liegt noch ein weiter Weg vor uns, bis alle Arbeiten und die liturgische Neugestaltung abgeschlossen sind. Aber das Ende dieser umfassenden Sanierung und Renovierung ist langsam absehbar.

-Wie lange hat die Restaurierung gedauert?

Schletter:Der Brand geschah am Ostersonntag, 27. März 2016. Bis zur Wiedereröffnung hat es gut zwei Jahre gedauert. Bis alles abgeschlossen sein wird, rechnen wir aktuell mit einem weiteren Jahr.

-Welche Aufgaben hatten Sie zu bewältigen?

Schletter:Alle wichtigen Entscheidungen mussten in den zuständigen Gremien beraten und beschlossen werden. Zahlreiche Sitzungstermine, anfangs wöchentlich, waren zu bewältigen. Die Abstimmung mit der Bauleitung, die Beantragung von Genehmigungen beim Denkmalschutz und beim Ordinariat gehörten ebenso dazu wie die Information der Pfarrei und der Gremien. Und vor Ort musste auch mal angepackt werden.

-Ist während der Bauzeit alles glatt gelaufen?

Schletter:Gott sei Dank gab es bisher keine Personenschäden während des Brands, den Lösch- und Sanierungsarbeiten. Ein paar kleinere Unfälle auf der Baustelle gibt es wahrscheinlich immer, die kleinen Schäden sind aber umgehend behoben worden. Im März stellte sich noch ein etwas größerer Löschwasserschaden im Boden heraus, dessen Behebung uns um ein paar Wochen im Zeitplan zurück geworfen hat. Dennoch werden wir bis 9. Mai soweit fertig sein, dass man die Kirche, wenn auch eingeschränkt, nutzen kann.

-Was hat Sie besonders gefreut?

Schletter:Jedes Mal, wenn ich in diesen Tagen die Kirche betrete, schaue ich nach oben und freue mich, dass die barocken Deckengemälde wie neu erstrahlen. Ich bin froh, dass die Kirchenverwaltung den Mut hatte, alte Gewölbesicherungen von vor 125 Jahren abzubauen und das Gewölbe fachmännisch zu stützen. So ziehen sich keine störenden Elemente mehr kreuz und quer durch die Gemälde.

-Wie geht es jetzt weiter?

Schletter:Wie bereits beschrieben, sind wir noch nicht fertig. Es fehlt der Anstrich der Wände im unteren Bereich, das Hochaltargemälde, der Glockenstuhl muss erneuert werden, im Chorraum ist kein Bodenbelag, die Orgel ist nicht fertig, die Beleuchtung fehlt, die Sakristei ist nicht benutzbar und so weiter. Aufwändig wird auch die liturgische Neugestaltung mit neuem Volksaltar, Ambo und Sedilien im Chorraum. Ein Künstler wurde bereits mit Entwürfen beauftragt. Diese Abstimmung, Vorstellung und Entscheidung, die möglichst viele aus der Pfarrei mittragen sollen, wird ein spannendes Kapitel, das die Kirche für die nächsten Jahrhunderte prägen wird. In den kommenden Monaten müssen wir mit Einschränkungen leben. So wird etwa der Altarraum wieder gesperrt, und die Messen müssen am Seitenaltar gefeiert werden.

-Gibt es jemanden, dem Sie besonders danken?

Schletter:Herzlichster Dank gilt den Pfarrgemeindemitgliedern, die geduldig diese lange Zeit durchgehalten haben und so flexibel waren, in unsere Filialkirchen und andere Kirchen zu Gottesdiensten auszuweichen.

-Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Wörther Kirche?

Schletter:Ich wünsche mir, dass viele wieder gerne Sonntag für Sonntag in „ihre“ Kirche kommen. Zusammen Gottesdienst in einer vollen Kirche feiern zu dürfen, ist eine große Freude. Natürlich hoffe ich, dass durch diese tiefgreifende und nachhaltige Sanierung wieder mehrere Jahrzehnte Ruhe einkehrt bezüglich Bauarbeiten, aber trotzdem begeisternde Lebendigkeit herrscht in diesem Gotteshaus. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren – sie alle sollen gerne und zahlreich kommen. Wenn die Kirche mal aus allen Nähten platzen sollte, dann bauen wir eben dran (lacht)…

Das Gespräch führte Vroni Vogel.

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