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5303 Corona-Abstriche wurden im Landkreis bislang genommen. 46 Bürger sind aktuell erkrankt. Es kommen kaum noch Neuinfektionen dazu.

Zu wenig Platz: Patient kann nicht verlegt werden

Zweite Corona-Infektion in Asylheim

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Im Landkreis Erding gibt es in einer Asylbewerberunterkunft des Landratsamts einen weiteren bestätigten Fall von Corona. Wie kurz berichtet, wurde ein Bewohner des Hörlkofener Quartiers zu Wochenbeginn positiv getestet. Nun müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit sich das Virus weder in der Einrichtung noch in der Umgebung ausbreitet. Doch das gestaltet sich schwierig.

Erding/Hörlkofen – Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer berichtet, dass man genauso verfahre wie bei der Infektion in einem Flüchtlingsheim in Forstern: „Wir haben bei allen Bewohnern Reihentestungen vorgenommen, die in maximal 14 Tagen wiederholt werden“, so die Sprecherin. So sollen Patienten innerhalb der Unterkunft rechtzeitig separiert und damit die Ausbreitung von Covid-19 unterbunden werden.

Fiebrandt-Kirmeyer stellt aber auch klar, dass der Patient nicht verlegt werden könne. „Wir verfügen nicht über die dafür nötigen Kapazitäten.“ Allerdings stehe Landrat Martin Bayerstorfer in Kontakt mit der Regierung von Oberbayern. Sie habe bislang die Kostenübernahme einer Verlegung oder die Aufnahme in einer ihrer Einrichtungen abgelehnt, berichtet Fiebrandt-Kirmeyer.

Infizierter liegt in Einzelzimmer, Unterkunft in Quarantäne

So geht es in Hörlkofen weiter: Die infizierte Person und ihr Zimmernachbar werden laut Kreisverwaltung innerhalb der Unterkunft in Einzelzimmern untergebracht. Alle anderen seien zu häuslicher Quarantäne verpflichtet worden. Nur wenn die eingehalten werde, könne die Ausbreitung der Lungenkrankheit verhindert werden.

Fiebrandt-Kirmeyer macht deutlich, dass eine Entzerrung in den Unterkünften durch Abverlegungen aus Kapazitätsgründen nicht in Frage komme. So verfahre man auch bei anderen Gemeinschaftsunterkünften oder in Familien.

Schutzausrüstung verteilt

Allerdings würden Personen herausgefiltert, die besonders gefährdet sind, um sie schützen zu können.

Alle Asylheime wurden auf freiwilliger Basis mit Mund-Nasen-Masken ausgestattet. Auch sämtliche Alters- und Pflegeheime seien bedacht worden. Unterkünfte mit Covid-19-Infektionen hätten zudem Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe erhalten, versichert die Sprecherin. Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln würden mehrsprachig kommuniziert – auf Anregung der Helferkreise nun auch mit Piktogrammen. Zudem stünden die Asylsozialarbeiter in Kontakt mit den Bewohnern.

Es gilt Besuchsverbot

Das Landratsamt weist darauf hin, dass in allen dezentralen Flüchtlingsheimen nach wie vor Besuchsverbot gelte – „eine Vorsichtsmaßnahme“, so Fiebrandt-Kirmeyer.

Im Landkreis sind bis Mittwochabend erneut keine weiteren Infektionen bekannt geworden. 612 Infizierten seit März stehen 555 (plus 1) Gesundete gegenüber. Aktiv ist das Virus bei 46. Auf 100 000 Einwohner kamen binnen einer Woche nur noch zwei Neuansteckungen. Zwei Corona-Patienten liegen im Klinikum, allerdings keiner auf der Intensivstation.

Die Zahl der Abstriche stieg um 25 auf 5303. Am Freitag ist die Screeningstelle in Erding wieder geöffnet.

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