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Forscherpreis des historischen Vereins – die Rottmanner von Rottmann

1000 Jahre auf 150 Seiten

Der Bauernhof Rottmann in der Gemeinde Wörth ist über 1000 Jahre alt. Mit seiner Geschichte hat sich der Hörlkofener Günter Fischer in einem umfangreichen Aufsatz befasst. Sein Lohn ist der Forscherpreis des Historischen Vereins Erding.

von Klaus Kuhn

Hörlkofen – Der Forscherpreisträger des Historischen Vereins Erding heißt Günter Fischer. Seit 2008 befasst sich der 78-jährige Hörlkofener mit den „Rottmannern von Rottmann“ und hat darüber eine heimatgeschichtliche Forschungsarbeit geschrieben, die nicht nur den Vorstand des Historischen Vereins überzeugte, sondern auch den Bürgermeister von Wörth, Thomas Gneißl, interessierte. Er war zur Verleihung des Preises in den Mayr-Wirt gekommen.

Die Rottmanner, das ist ein über 1000 Jahre alter Bauernhof in der Gemeinde Wörth, von dem Fischer bei der Präsentation seiner Arbeit allerdings ziemlich sicher war, dass er bereits zur Römerzeit bestanden haben könnte.

Akribisch hat er nun die Familiengeschichte aufgearbeitet, was nicht ganz leicht war. Denn: „Die Rottmanner suchten sich seit mehr als 1000 Jahren ihre Ehepartner aus den Familien der größeren umliegenden Bauernhöfe und verheirateten ihre Söhne und Töchter im ganzen Erdinger Land und weit darüber hinaus.“

Was wie dynastische Heiratspolitik des Adels klingt, hatte Folgen: Nicht alle Rottmanner blieben im Landkreis. Teils wurden sie berühmt, teils machten sie ganz andere Karrieren, wie etwa als Gastronom am Münchner Odeonsplatz, wie Fischer den erstaunten Versammlungsteilnehmern erzählte.

Fischer lebt seit 1972 in Hörlkofen und kommt ursprünglich aus Böhmen. Seine Arbeit zeigt auch, dass er enormes Glück bei seinen Forschungen hatte. So notiert er auf Seite 29 der Jahreschrift des Historischen Vereins, in der das Werk abgedruckt ist: „Wir sind mitten im dreißigjährigen Krieg (...). Es ist erstaunlich, dass aus dieser chaotischen Schreckenszeit überhaupt noch Unterlagen vorhanden sind.“ Gerade diese Akribie bei der Quellenarbeit gibt dem Aufsatz von stattlichen 150 Seiten den Anspruch einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit.

Fischer bekannte: „Ich hatte dann ein Problem: Wer druckt mir das?“ Er habe schließlich den Tipp bekommen, sich beim Historischen Verein um den Forscherpreis zu bewerben. Mit diesem war auch das Problem des Drucks gelöst, seine Ausführungen füllen praktisch die gesamte Jahresschrift.

„Das ist eine so gute Arbeit, da wollten wir nicht noch etwas dazunehmen“, sagte Vorsitzende Heike Kronseder bei der Vorstellung der Arbeit, die noch in eine Vortragsveranstaltung münden werde, wie sie ankündigte.

Vor Ort wird dann ein Freundeskreis sein, der sich um die Rottmanner gebildet hat. Auch die aktuellen Bewohner werden wohl kommen. Josef Huber, der letzte Hofinhaber, starb 2013, aber: „Die Witwe Anneliese Huber hat das Anwesen bereits der nächsten Generation übertragen. Wir sind auf die Fortsetzung der Rottmanner-Geschichte gespannt“, sagt Fischer.

Die Jahresschrift

des Historischen Vereins Erding mit der Abhandlung von Günter Fischer über „Die Rottmanner von Rottmann – Die Geschichte eines über tausend Jahre alten Bauernhofes im Erdinger Land“ (168 Seiten), gibt es für zehn Euro bei: Museum Erding, Museum Franz Xaver Stahl, Tourist Info Erding und bei der Vorsitzenden des Historischen Vereins Erding, Heike Kronseder, E-Mail: heike.kronseder@t-online.de.

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