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Schweren Herzens sagten Maria Gaigl (l.) und die Gläubigen Lebewohl zu Kaplan Pater Altus Jebada.  

Frust über die Versetzung von Pater Altus Jebada

„Die Kirche schaufelt sich ihr eigenes Grab“

Pater Altus Jebada muss gehen. Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl äußert sich frustriert über Entscheidungen des Ordinariats.

Hörlkofen – „Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.“ Diese Worte sprach Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl am Sonntagvormittag in einer bewegenden und couragierten Rede zum Abschied von Pater Altus Jebada nach der Messe in der Hörlkofener Kirche. Der Geistliche hatte neun Monate lang in Walpertskirchen, Wörth und Hörlkofen gewirkt, und ihm waren in kurzer Zeit viele Sympathien zugeflogen.

„Nachdem wir alle im letzten Jahr aufgrund der personellen Veränderungen im Pfarrverband etwas niedergeschlagen und demotiviert waren, bist du wie ein kleiner Tsunami über uns hinweggefegt: Du hast viele mitgerissen, viele aufgeweckt, viele begeistert! Du hast uns einfach nur gut getan!“, sagte Gaigl an Jebada gerichtet. Die Pfarrverbandsratsvorsitzende ging auf die Personalpolitik des Ordinariats ein und nahm hier kein Blatt vor den Mund. Ihre kritischen Äußerungen sorgten für spontanen Applaus im voll besetzten Gotteshaus: „Die Art und Weise, wie das Personalressort des erzbischöflichen Ordinariats, das sich gerne selber als Kompetenzzentrum bezeichnet, mit seinen Mitarbeitern umgeht, hat oft nichts mehr mit Kompetenz und noch weniger mit Menschlichkeit zu tun.“ Dass es dem Ordinariat egal sei, „wie es uns Gläubigen an der Basis geht, wissen und spüren wir schon lange.“

Dass die wenigen hauptamtlichen Mitarbeiter, die vor Ort tätig sind, durch manche personelle Entscheidung zusätzlich demotiviert würden, wecke den Eindruck, „dass sich die Organisation Kirche immer mehr ihr eigenes Grab schaufelt“. Umso wichtiger sei es, „dass wir hier in unserem Pfarrverband weiterhin das in unseren Herzen mitnehmen und tragen, was uns Altus gegeben hat, Herzlichkeit und Menschlichkeit, ein offenes Miteinander und mit Fröhlichkeit für den Glauben einzustehen“, appellierte Gaigl an die Gläubigen, die sehr berührt schienen. Da wurde das ein oder andere Taschentuch gezückt.

Als Abschiedsgeschenk überreichte die Pfarrverbandsratsvorsitzende dem scheidenden Kaplan Gutscheine für die Therme, um von seiner neuen Wirkungsstätte in Geisenhausen für die ein oder andere „Auszeit“ in den Landkreis zurückzukehren. Pater Altus, der aus Indonesien stammt und vor einigen Jahren seine Heimat verlassen hat, sprach über Gefühle der Ohnmacht. Es sei seine schwierigste Zeit gewesen, als die Personalentscheidung bereits gefallen war und er nichts habe sagen dürfen.

Nach neun Monaten schon wieder fortzugehen – „das tut mir schon weh“, bekannte er. Jetzt sehe er es als seine Aufgabe, loslassen zu können. Der Geistliche, der sich im Pfarrverband sehr wohlgefühlt habe, sagte ein herzliches „Vergelt’s Gott“ für die Liebe, Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die ihm entgegengebracht worden sei.

Vroni Vogel

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