Gemeinderat Wörth

Kirchöttinger bestimmen ihre Zukunft mit

Kirchötting soll moderat weiterentwickelt werden. Dabei will man die Bürger einbinden.

Kirchötting– Wie kann man für den Wörther Ortsteil Kirchötting weiteres Baurecht schaffen, um eine maßvolle Weiterentwicklung zu ermöglichen? Dieses Themaist die Gemeinde mit dem Planungsverband München angegangen. Dessen Vertreter stellte in der Gemeinderatssitzung drei Varianten vor und unterbreitete damit Vorschläge für eine Innenbereichssatzung. Außerdem erhofft sich die Kommune frühzeitige Aussagen des Landratsamts, um mit klaren Vorgaben in die Bürgerbeteiligung einzusteigen.

Emanuel Michler (ÜPWG) war dafür, vorher abzuklären, was überhaupt möglich sei. Auch Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) sprach sich gegen eine „schrankenlose Bürgerbeteiligung“ aus, weil man seitens der übergeordneten Behörde vorher die Rahmenbedingungen kennen müsse, was überhaupt genehmigungsfähig sei. Erst dann habe man eine fundierte Diskussionsgrundlage. Diese Position unterstützte Anton Erl (CSU). Man solle sich erst beim Landratsamt schlau machen, um dann zeitnah in die Bürgerbeteiligung einzusteigen.

„Noch nichts in Stein gemeißelt“

Stefan Schimmer (ÜPWG), der als Bauplaner vom Fach ist, plädierte für eine „ordentliche Entwicklung in Kirchötting“, die zugleich den dörflichen Charakter erhalte. Er sah es als sehr wichtig an, die Ideen der Bürger in diesem Ortsteil bald abzufragen, um ein umfassendes Bild zu bekommen.

Wie in der Sitzung erläutert wurde, sei die bauliche Entwicklung über das Instrument der Innenbereichssatzung zu verwirklichen, wobei in diesem komplexen Verfahren auch andere Satzungen zur Anwendung kämen und verschiedene Wege möglich seien. Zu klären sei zudem die Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung künftiger Bauflächen. Hier sei den Bedingungen des Abwasserzweckverbands Erdinger Moos Rechnung zu tragen. Denn im Bereich von Kirchötting lägen Regenwasserkanäle der Gemeinde und des AZV.

Der AZV sei nach eigener Aussage innerhalb der Entwässerungsgebietsgrenzen für die Beseitigung des Schmutz- und Niederschlagswassers verantwortlich und habe hierfür die Kosten zu tragen. Diese festgesetzten Grenzen könnten geringfügig überschritten werden. Falls für die Bebauung eine größere Überschreitung geplant werde und die Kanäle hydraulisch noch Kapazitäten frei hätten, verlange der AZV den Abschluss einer Sondervereinbarung mit den betroffenen Grundstückseigentümern. Sie beinhalte die Verpflichtung, die nicht gedeckten Kosten zu übernehmen.

Gneißl meinte zu den Vorschlägen des Planungsverbands: „Mit diesen Varianten ist noch nichts in Stein gemeißelt.“ Das Ratsgremium wird jetzt mit einer Fülle von Informationen gemeinsam mit dem Planungsverband die Möglichkeiten der baulichen Entwicklung Kirchöttings weiterverfolgen, hierzu das Gespräch mit dem Landratsamt suchen, um verlässliche Eckdaten zu bekommen, und dann in die Bürgerbeteiligung einsteigen.

Zur Sitzung waren wegen dieses Punkts viele Bürger gekommen. Ein Zuhörer meinte beim Hinausgehen, es sei beruhigend, dass es im Gremium Leute mit gesundem Menschenverstand gebe.

Vroni Vogel

Rubriklistenbild: © Macht

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