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Wie sieht die Zukunft des Klösterl aus? Über die Neugestaltung des Gesamtareals diskutierte der Wörther Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. 

Gemeinderat Wörth 

Was wird aus dem Wirtshaus Klösterl?

Wie soll die Zukunftsgestaltung der Ortsmitte von Wörth rund um die Gastwirtschaft Klösterl aussehen? Dieses große Thema hat der Wörther Gemeinderat in seiner Sitzung angepackt.

Wörth „Es ist wichtig, dass der Ball ins Rollen kommt“, sagte Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG). In der Sitzung am Montagabend appellierte beim Thema Gestaltung der Ortsmitte an die Räte, zunächst „ergebnisoffen“ in einen Gedankenaustausch einzusteigen. Vor einer Festlegung müsse man die entscheidenden Eckdaten kennenlernen, um eine realistische Basis zu bekommen. Die Rede ist von Abstandsflächen, die eingehalten werden müssen, und von der dringlichen Stellplatzfrage im Ortsbereich. Zur Klärung will der Gemeinderat jetzt eine Studie beim Hotel- und Gaststättenverband in Auftrag geben.

In einem zweiten Schritt sollen die Bürger beteiligt werden. Was vielen Ortsansässigen unter den Nägeln brennt: Wird es auch in Zukunft in Wörth eine Wirtschaft geben? Vergangenes Jahr kursierten zwei Unterschriftenlisten mit Petition, in denen sich die rund 350 Unterzeichner für den Erhalt der Gaststätte Klösterl stark machten. Damals wie heute betonte Gneißl, dass er dem Anliegen aufgeschlossen gegenüberstehe, aber nichts von leeren Versprechungen halte. Erst müsse das Untersuchungsergebnis vorliegen, was überhaupt machbar sei. „Es ist zu früh für Festlegungen. Das wäre unredlich.“

Eins hatte der Wörther Gemeindechef bereits vergangenes Jahr festgestellt: Die Bausubstanz des Klösterl sei „nicht zu retten“, das Gebäude nicht sanierungsfähig. So muss man bei einer Überplanung wohl mit einem Neubau rechnen.

In der Diskussion sprachen sich die Gemeinderäte für die Studie aus. Erst sollten die „baulichen Rahmenbedingungen“ ermittelt werden, meinte Rudi Riepl (SPD/Parteifreie). Stefan Schimmer (ÜPWG) verwies auf die bestehende Planung vom ortsansässigen Architekten Reinhard Lindner und sagte: Bei einem Neubau wäre eine Gaststätte ohne Saal möglich. „Wir sind einfach eingeschränkt“, schlussfolgerte Schimmer, der als Planer selbst vom Fach ist. Wolfgang Behn (SPD) drängte auf eine baldige Klärung.

Sepp Brummer (ÜPWG) war der Meinung, dass erst ein Gutachten Klarheit schaffe und die Thematik eingrenze. „Wir müssen wissen, was wir dürfen.“ Gemeinderat Anton Erl (CSU) war dafür, bald die Bürger zur Ideensammlung an einen Runden Tisch einzuladen und zitierte hinsichtlich der Gastronomie ein Sprichwort: „Stirbt das Wirtshaus, stirbt das Dorf.“

Ein klares Votum für eine Gaststätte in Wörth mit Fremdenzimmer gab Monika Wenger (Grüne) ab. Applaus von den Sitzungszuhörern folgte. Auch in anderen Redebeiträgen wurde die Notwendigkeit einer Gastronomie angesprochen. Zunächst aber sollen Informationen wertneutral eingeholt werden. Mit Planer Lindner will man Kontakt aufnehmen. Gneißl warnte eindringlich davor, sich verfrüht in ein Thema zu „verrennen“.

Vroni Vogel

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