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Gneißl: Gutes Polster, aber „fette Projekte“

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Ein Millionenprojekt: Im Sommer soll die katholische Kindertagesstätte St. Peter in Wörth abgerissen und durch einen zweigeschossigen, energetisch nachhaltigen Holzneubau ersetzt werden, der auf sechs Gruppen ausgelegt ist. Bürgermeister Thomas Gneißl informierte zum Zeitplan.
Ein Millionenprojekt: Im Sommer soll die katholische Kindertagesstätte St. Peter in Wörth abgerissen und durch einen zweigeschossigen, energetisch nachhaltigen Holzneubau ersetzt werden, der auf sechs Gruppen ausgelegt ist. Bürgermeister Thomas Gneißl informierte zum Zeitplan. © Vroni Vogel

Die Gemeinde Wörth hat Einiges vor.

Wörth – „Wir bewegen große Räder“, so Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) zu Projekten, die 2022 umgesetzt oder weiterverfolgt werden sollen: Der Neubau der sechsgruppigen katholischen Kindertagesstätte St. Peter in Wörth nimmt Gestalt an. Rund 9,4 Millionen soll die Betreuungseinrichtung kosten, wobei mit zwei Millionen an Förderung zu rechnen sei, so dass die Gemeinde mit einem Kostenanteil von rund sieben Millionen kalkuliert. „Das ist für uns ein Investment in die Zukunft der Gesellschaft und der Gemeinde.“

In einer Containeranlage in der Nähe des Altbaus sollen die Kinder ab Juli 2022 übergangsweise betreut werden. Der Abbruch des alten Kindergartens werde in den Sommermonaten und der Baubeginn im Herbst erfolgen. 2023 stehe dann ganz im Zeichen des Neubaus. Beim Baustil setze man gemeinsam mit der Kirche auf energetische Nachhaltigkeit. „Das lassen wir uns auch etwas kosten.“ Im April 2024 soll das neue Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Doch mit dem Wörther Neubau alleine sei es nicht getan. Auf längere Sicht müsse zusätzlich eine weitere Betreuungseinrichtung geschaffen werden. „Da müssen wir wach bleiben“, sagte Gneißl.

In Hofsingelding am nördlichen Ortsrand im Wald will die Gemeinde zudem einen Waldkindergarten aufbauen. Man sei bereits im Austausch mit Kommunen, die das schon umgesetzt haben und führe „Sondierungsgespräche“ mit externen Anbietern. Der Einbau raumlufttechnischer Anlagen im Kinderhaus Hörlkofen soll heuer erfolgen, Kostenpunkt: 240 000 Euro zuzüglich Planungskosten sowie eine 80-prozentige Bezuschussung.

Die Offene Ganztagsschule (OGTS) hat in der ehemaligen Bücherei im Schulgebäude eine neue Bleibe gefunden. Die energetische Sanierung der Orterer Schule mit dem damit verbundenen Raumkonzept der „Lernlandschaften“ soll weiterverfolgt werden. Beauftragt sei das Architekturbüro Grotz, das in der Schule am Lodererplatz ein ähnliches Projekt begleitet habe. Vorgesehen seien ein vollumfänglicher Ganztagsbereich mit OGTS, Hort und Ferienbetreuung, eine voll ausgestattete Schulküche sowie eine Zweieinhalbfach-Turnhalle. Versorgt werden soll der Schulkomplex wie auch andere öffentliche Gebäude (Haus am Platzl, Nachnutzung des „Klösterls“ und der Kindergarten St. Peter) mit dem bereits zur Verfügung stehenden Nahwärmenetz. Bei der Wärmeversorgung baut die Gemeinde auf ein autarkes Heizwerk und regenerative Energieträger. Das umfängliche Schulprojekt wird die Kommune noch längere Zeit beschäftigen.

Die Bahnüberführung in Wifling an der Harlachener Straße soll heuer erneuert werden. Der Baubeginn ist für April und die Fertigstellung für November 2022 angesetzt. 2023 will die Gemeinde den Straßenbau nachziehen. Die Unterführung soll verbreitert und höher werden. Die Engstellen im Tunnel sollen beseitigt und die Fahrbahn mit einem verkehrssicheren Fußweg versehen werden. Das werde für die Kommune mit 600 000 Euro zu Buche schlagen.

Die Kooperation mit dem Pflegekrisendienst und die Mitfinanzierung der Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit seien wichtige Entscheidungen für „soziales Engagement“, so Gneißl. Die Wohnlandausweisung Hörlkofen Nord werde weiter vorangetrieben. Für die Gewerbebetriebserweiterung der Firma Gewo in Hörlkofen sei die Bauleitplanung eingeleitet. Hierzu soll es Anfang des Jahres erneut eine öffentliche Veranstaltung geben. Gneißl: „Wir sind bemüht, Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel sind.“

Beim Breitbandausbau sei man aktuell daran, unterversorgte Gemeindebereiche zu vernetzen, was bis Ende 2023 vollendet sein soll. Außerdem würden mit dem Anbieter Gespräche zum eigenwirtschaftlichen Ausbau mit Glasfaserversorgung direkt ins Haus für einzelne Ortsbereiche geführt. Nachdem das Wasserwerk „energetisch fit“ gemacht und mit einer neuen Steuerungs- und Prozessleittechnik versehen worden sei, erwarte man eine jährliche Einsparung von rund 20 000 Kilowattstunden.

Grundsätzlich zog Bürgermeister Thomas Gneißl ein positives Fazit. „Wir sind mit der einen oder anderen kleinen Schramme bisher gut durch die Pandemie gekommen.“ Die Gemeinde stehe wirtschaftlich gut da und erhalte aufgrund der „soliden Finanzlage“ wie Eitting, Oberding und Erding keine Schlüsselzuweisungen. Mit 15 Millionen habe man durchaus ein belastbares „Guthabenpolster“, aber eben auch „ganz fette Projekte“.

VON VRONI VOGEL

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