1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Wörth

Große Einigkeit nach emotionaler Debatte

Erstellt:

Kommentare

Lob und Tadel zum geplanten Neubau der Wasserwachthütte am Wörther Weiher: Konzept und Baugestaltung kamen sehr gut an, Kritik gab’s für die Kosten und Umsetzungsdetails.
Lob und Tadel zum geplanten Neubau der Wasserwachthütte am Wörther Weiher: Konzept und Baugestaltung kamen sehr gut an, Kritik gab’s für die Kosten und Umsetzungsdetails. © Vroni Vogel

Die Gemeinde Wörth greift für die Wasserwacht tief in die Tasche.

Wörth – Happy End nach heftiger Debatte zur Entwurfsplanung der neuen Wasserwachthütte – mit Kritik und überschwänglichem Lob: Am Montagabend entzündete sich die Diskussion im Wörther Gemeinderat zum Hüttenneubau am Baggerweiher nicht am ausgeklügelten Konzept und der geplanten baulichen Gestaltung, die sehr gut ankamen, sondern an einem fundamentalen Bauteil: Betonplatte oder die von Planer Reinhard Lindner favorisierten Schraubfundamente? Das war für Zimmerermeister Bernhard Zimmermann (ÜPWG) die strittige Frage.

Zimmermann, der auch der Wörther Wasserwacht angehört, äußerte große Skepsis bei Schraubfundamenten. Grünen-Rätin Monika Wenger nannte hingegen Beton einen „Klimakiller hoch drei“ und plädierte ausdrücklich für die Alternative. Das nachhaltige Bauen im Landschaftsschutzgebiet und die Nähe zum Wasser waren zentrale Gründe, die Planer Lindner vom Wörther Büro „Final“ als Argumente für die Schraubfundamente anführte. Letztlich soll hier ein exakter Kostenvergleich und eine statische Machbarkeitsprüfung Klarheit bringen.

Auch die geschätzten Gesamtkosten von etwa 750 000 Euro für den Neubau standen in der Kritik, zumal die Wasserwacht Eigenleistungen einbringen will. ÜPWG-Rat Franz Mayr zeigte sich „massiv geschockt“. Auch Emanuel Michler (ÜPWG) war über die Kosten „schockiert“. Zimmermanns Vorschlag, etwas „abzuzwicken“ und den Bau zu verkleinern, wurde letztlich verworfen, um eine zukunftsfähige Lösung für viele Jahre zu erhalten. ÜPWG-Rat Florian Siegl, Vorsitzender der Wasserwacht, meinte abwägend: „Lassen wir es so.“

Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) machte deutlich, dass die Eigenleistung der Wasserwacht durchaus erwünscht sei, da wo sie „realistisch eingebracht werden kann“ und nicht mit vergaberechtlichen oder haftungsrechtlichen Vorgaben kollidiere. Planer und Gemeindechef verwiesen in diesem Zusammenhang auf die immensen Preissteigerungen in der Baubranche – bei Holz ein Anstieg von über 25 Prozent. Anton Erl (CSU) forderte grundsätzlich eine „belastbare Kostenschätzung“ als Richtschnur. Der funktionale Zweckbau soll in massiver Holzbauweise mit einem separaten Bootshaus errichtet werden: die Hütte mit Satteldach, das Bootshaus mit begrüntem Flachdach. Letzteres wurde seitens der Wasserwacht kritisch gesehen. Siegl meinte einlenkend: „Das müssen die Fachleute entscheiden.“ Die Hütte soll mit Wachbereich und Aufenthaltsraum in Richtung Weiher, Küche, Dusche und WC, Sanitätsraum und Speicher als Lagerfläche ausgestattet werden. Dem Wunsch einer überdachten Veranda als Sonnen- und Wetterschutz mit großzügigen Sitzmöglichkeiten wurde entsprochen. Dieser Bereich soll auch den Badegästen zur Verfügung stehen. Ein barrierefreier Zugang ist vorgesehen.

Am Allerwichtigsten war Gneißl, dass sich die Wasserwacht mit dem Bauprojekt identifiziere und sich wie die vergangenen 40 Jahre bei der alten Hütte auch in einer „perfekten Kooperation“ mit der Gemeinde um den Unterhalt kümmere. Siegl betonte am Ende der emotional geführten Debatte als Sprecher der Wasserwacht: „Mit dem Entwurf sind wir total glücklich.“ Er sei das Ergebnis einer intensiven zweijährigen Planung. Vizebürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) meinte zum Konzept mit Modell nur kurz und knapp: „Ich find’s klasse.“

VON VRONI VOGEL

Auch interessant

Kommentare