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Hoch hinaus in Hofsingelding

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Ein Modellhaus steht auf Bauplänen
Wo möchte der Gemeinderat insgesamt hin? Um diese Grundsatzfrage in Bezug auf Nachverdichtung und Höhenentwicklung soll es demnächst in einer Sondersitzung in Wörth gehen. (Symbolbild). © Christin Klose/dpa

Wo möchte der Gemeinderat insgesamt hin? Um diese Grundsatzfrage in Bezug auf Nachverdichtung und Höhenentwicklung soll es demnächst in einer Sondersitzung in Wörth gehen.

Wörth – Den Antrag auf Änderung des Bebauungsplans für einen Neubau am Tassiloweg in Hofsingelding nahm der Wörther Gemeinderat zum Anlass, um eine zeitnahe Sondersitzung mit Judith Praxenthaler vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München ins Auge zu fassen. „Wo möchte der Gemeinderat insgesamt hin?“, umriss Brigitte Kollmannsperger vom Bauamt in der Ratssitzung die Grundsatzfrage. Hilfreich wäre eine verbindliche Richtung zur Nachverdichtung und Höhenentwicklung.

Wie in der Sitzung erläutert wurde, ist das Gebäude mit einem Flachdach konzipiert. Die Wandhöhen von 6,15 bis maximal 9,43 Meter sorgten für Diskussionsstoff. In der Beschlussvorlage wurde darauf hingewiesen, dass man in der Klausurtagung im Mai 2019 eine maximale Wandhöhe von 6,50 Meter als Rahmenparameter festgelegt habe. Der Gemeinderat habe in einer früheren Sitzung einem Bauantrag mit entsprechenden Befreiungen, ebenfalls im Bereich dieses Bebauungsplans, „nur bedingt stattgegeben“, wurde in der Beschlussvorlage weiter angeführt.

In der Diskussion zeigte sich, dass bezüglich neuer Wohnformen großer Klärungsbedarf besteht. Vize-Bürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD) meinte: „Grundsätzlich verstehen wir alle, dass verdichtet werden soll.“ Doch das Problem sei die Überschreitung der Wandhöhe im bestehenden Siedlungsgebiet. Die Höhenentwicklung sei der Knackpunkt, meinte auch Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG). Wenn ein Bau mit über neun Metern Wandhöhe als „erster Fall, der am intensivsten wahrgenommen wird“, in einem Siedlungsgebiet entstehe, müsse man mit kritischen Reaktionen rechnen und damit umgehen. Grundsätzlich sei Vielfalt zu begrüßen, meinte Gneißl, der mit dieser Einschätzung die Meinungen von Dieckmann, Emanuel Michler (ÜPWG) und Monika Wenger (Grüne) teilte.

Wenger erinnerte der zur Diskussion stehende Neubau an den Bauhaus-Stil, und den habe es bereits vor 100 Jahren gegeben. Ihr Kommentar zur Bauform: „Nicht tragisch.“ Michler sprach sich für Mischformen in Neubaugebieten aus. Die Höhe des betreffenden Hauses sei jedoch „schon gewaltig“. Prinzipiell solle man Baurecht ermöglichen und „schauen, dass wir zu einer Lösung kommen“.

Mit Blick auf den aktuellen Bauantrag meinte Renate Speer (CSU), dass man sich ein solches Gebäude in einem neuen Baugebiet, aber nicht im Altbestand vorstellen könne. Dieses Argument führte auch Bernhard Zimmermann (ÜPWG) an, für den die moderne Bauform nicht in eine alte Siedlung passe. Johannes Sachteleben (Grüne) meinte, dass derartige Grundsatzfragen eigentlich in einer Klausurtagen zu klären wären: „Eine Entscheidung ohne Gesamtbild finde ich ein bisschen gefährlich.“ Dieckmann und Petra Schletter (Grüne) stimmten diesem Einwand zu. Schletter wies zudem darauf hin, dass sich auch die Bauformen in alten Siedlungsgebieten sukzessive ändern würden. Else Wirth (ÜPWG) fand es nicht richtig, dass es in bestehenden Wohngebieten keine Veränderungen geben dürfe.

Dieckmanns Frage, ob man nicht doch ein Treffen organisieren könne, mündete am Ende in der Idee einer Sondersitzung mit Begleitung durch den Planungsverband.

Vroni Vogel

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