Die Produktdesign-Studentin Christina Mayr hat verschiedene Objekte in Holzrahmen eines Bienenstocks gehängt und die Ränder mit Wachs beträufelt. An diesen Stellen bauten die Tiere weiter und schufen Wabenstrukturen in ungewohnten Formen.
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Die Produktdesign-Studentin Christina Mayr hat verschiedene Objekte in Holzrahmen eines Bienenstocks gehängt und die Ränder mit Wachs beträufelt. An diesen Stellen bauten die Tiere weiter und schufen Wabenstrukturen in ungewohnten Formen.
Die Arbeit als Imkerin ist der 26-Jährigen nicht fremd. Die Schutzausrüstung kennt sie schon von ihrem Vater Josef Mayr und Opa Friedrich Neumaier.
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Die Arbeit als Imkerin ist der 26-Jährigen nicht fremd. Die Schutzausrüstung kennt sie schon von ihrem Vater Josef Mayr und Opa Friedrich Neumaier.

Hörlkofenerin Christina Mayr

„Bienen sind kleine 3D-Drucker“

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Hörlkofen/Coburg – Produktdesign-Studentin Christina Mayr lässt Bienen für sich bauen. Bei dem Projekt der Hörlkofenerin sind so unterschiedliche Kunstobjekte entstanden.

Ihr Vater ist Imker, ihr Großvater war Imker und ihr Urgroßvater auch. Christina Mayr kennt sich aus mit Bienen. Die Liebe zu den Tieren hat die 26-Jährige von Papa Josef Mayr und Opa Friedrich Neumaier (81) übernommen. Sie stammt aus Hörlkofen und studiert an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg im siebten Semester Produktdesign. Im Studium erkannte sie zwischen der Bauweise der Bienen und dem maschinellen Fertigungsverfahren eine Verbindung. Das inspirierte sie zu einem Design-Projekt, bei dem sie die Insekten an von ihr vorgegebenen Objekten weiterbauen ließ.

„Bienen sind eigentlich kleine 3D-Drucker. Sie produzieren das Material mit ihrem eigenen Körper und bauen damit die Waben“, erzählt Mayr. Aus Drüsen schwitzen die Tiere das dafür erforderliche Wachs aus. „Obwohl sie keinen Bauplan haben, entsteht immer wieder die gleiche Form. Die Ecken der Waben haben sogar exakt den selben Winkel.“

Bauen Bienen aber auch nach Vorlage? Um das herauszufinden, hat sich Mayr auf die Suche nach einem Imker in Coburg gemacht. Der 22-jährige Linus Müller hat gleich neben dem Hochschulcampus ein paar Bienenkästen. Hier konnte die Studentin ihre Experimente starten.

Bei dem Design-Projekt gehe es um ein freies Herangehen ans 3D-Drucken, berichtet die Studentin. Zum Beispiel in der Architektur habe man häufiger das Thema, sich an Formen aus der Natur zu orientieren. Für die Umsetzung solcher Ideen hat die junge Frau auch dieses Studium gewählt.

Design und Selbstgestricktes

Nach dem Besuch der Mädchenrealschule in Erding hatte sie zunächst eine Ausbildung als Modellbauerin der Fachrichtung Gießerei gemacht. In Feldkirchen stellte sie zum Beispiel Spritzgussformen für Kleinserien von Teilen wie Scheinwerfern her.

„Ich wollte aber kreativer arbeiten und selbst bestimmen, wie die Teile aussehen.“ Die Weiterbildung zum „Gestalter im Handwerk“, ein Titel vergleichbar zum Meister, ermöglichte ihr das Studium. Handwerkliche Kreativität lebt die Hörlkofenerin auch auf anderen Feldern aus. „Zusammen mit Regina Huber aus Bockhorn habe ich ein kleines Stricklabel: die Grüne Unschuld“. Via Internet verkaufen die beiden Freundinnen selbst designte und gestrickte Mützen und Stirnbänder.

Bei dem Bienenprojekt ging es mit einem Brillengestell los. Die Studentin legte es in einen der Holzrahmen, aus denen ein Bienenstock besteht. Dort bauen die Bienen ihre Waben.

Die Ränder der Brille beträufelte sie mit Wachs. Denn bei ersten Versuchen hatte sie herausgefunden: „Bienen bauen nur an Bienenwachs weiter.“ Und tatsächlich, als die Studentin den Rahmen nach ein paar Tagen wieder heraushob, hatten die Bienen das Brillengestell eingebaut.

Mayr machte weiter. Sie bastelte unterschiedliche Formen aus Wachsplatten, hängte sie in die Stöcke und ließ die Bienen daran arbeiten. Sie veränderten die Formen, bauten sie weiter oder höhlten sie aus und nutzten das Wachs, um es an anderer Stelle wieder anzubringen. Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Objekte, die man zum Beispiel als Kerzen nutzen kann.

Die Arbeit mit den Bienen will die 26-Jährige auf jeden Fall weiterführen. „Meine Bachelor-Arbeit wird auch von Bienen handeln“, erzählt sie. Spätestens nach dem Studium könnte sie die Völker ihrer Familie übernehmen und selbst Imkerin werden. „Bienen sind wunderbare und inspirierende Tiere. Durch ihr Summen kann ich entspannen und dem Alltag entfliehen.“

Internet-Links

Ein Video über das Projekt von Christina Mayr steht auf der Seite https://vimeo.com/191510796.

Das Stricklabel Grüne Unschuld von Mayr und Regina Huber präsentiert sich im Internet auf

http://grueneunschuld.tictail.com

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