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Eine Chronik über Wifling und seine Leute

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Der kleine Wörther Gemeindeteil Wifling hat eine eigene Homepage. Darauf findet sich nicht nur allerlei Historisches, sondern auch aktuelle Termine – rund ums laufende Maibaumstüberl zum Beispiel.

Wifling – Eine eigene Chronik für ihren Heimatort Wifling erstellen. „Mit dieser Idee hatte ich mich lange beschäftigt“, sagt Carmen Siegl (39). Die Internetadresse www.wifling.eu – die .de-Endung war bereits vergeben – hatte sich ihr Mann Florian schon vor einiger Zeit gesichert. Und auch Robert Wanderer, der in der gleichen Straße im Wörther Gemeindeteil wohnt wie die Siegls, spielte sich vor gut fünf Jahren mit einem ähnlichen Gedanken: Er wollte für den Maibaum, den seit 1977 der Gartenbau- und Verschönerungsverein aufstellt, eine Homepage machen. Also haben die beiden beschlossen, sich zusammenzutun.

Auf www.wifling.eu kann nun die ganze Welt einen Blick in den kleinen Ort werfen – ins Dorfleben, auf die Vereine, Traditionen, Unternehmen und mehr. „Alle Wiflinger sollen sich angesprochen fühlen“, sagt Wanderer. Man wolle das Zusammenleben und die Geselligkeit von Jung und Alt fördern. Darauf ziele auch das Motto „Wifling is a Weltmacht“ ab, das der damalige Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Rudi Gneißl, einst geprägt hat. Es spiegele den Zusammenhalt im Ort wider: „Miteinander können wir alles schaffen.“

Gerade für die junge und die zukünftigen Generationen wollen die gelernte Medienfachwirtin und der Privatier die Geschichte ihrer Heimat festhalten. „Vieles gerät einfach in Vergessenheit“, sagt Wanderer. Zum Beispiel dass es in Wifling einst eine Bahnstation gegeben hat, die für die Brauerei Gebhard & Hörmann sowie für das Sägewerk 1922 zur Anlieferung von Getreide, Kohle und Holz errichtet wurde. Wegen der Einführung der S-Bahn hat man die Haltestelle 1971 außer Betrieb genommen, da der offizielle Haltepunkt St. Koloman zu nah war. „Früher gab es für unser Wiflinger Waldfest einen Sonder-Service der Bahn: Der Zug wurde extra auf der Strecke Höhe Waldfest angehalten, damit die Gäste dort aussteigen konnten“, steht dazu auf der Homepage.

Auch über die Brauerei Wifling, über den Kramerladen der Friedleins und über die Schützengesellschaft Einigkeit ist dort zu lesen – allesamt Kapitel der Wiflinger Geschichte, die vor allem den meisten jüngeren Bürgern nichts mehr sagen dürften.

Alle sollen mithelfen

Als Quellen für ihre Recherchen greifen Siegl und Wanderer neben der Chronik der Gemeinde Wörth auch auf die Erzählungen von Wiflinger Bürgern zurück. „Jeder weiß ein bisschen was, das er beitragen kann“, sagt Siegl. „Es soll ein großes Projekt aller Wiflinger werden. Alle sollen mitgestalten.“ So werde aus der Chronik über den Ort auch eine Chronik über die Leute, die dort leben.

Sie hätten dafür nur das Grundgerüst geschaffen, sagt Wanderer, das nach und nach gefüllt werden soll. Denn mit ihren jetzigen Inhalten ist die Homepage lange nicht fertig. Es gibt noch viele Themen, die aufgegriffen werden könnten. Das legendäre Wiflinger Waldfest etwa, von dem es keine Bilder gebe.

Deshalb suchen Siegl und Wanderer alte Unterlagen und Fotos über Wifling. Dafür sind nicht nur alle aktuellen Einwohner gefragt, sondern auch jeder, der einmal im Ort gelebt hat oder Verwandtschaft dort hatte. „Wir suchen außerdem unsere alten handgebundenen Wachbücher“, sagt Wanderer. Diese Bücher von früheren Maibaumwachen enthielten fast so etwas wie die Chronik des Gartenbau- und Verschönerungsvereins, seien aber seit dem vorigen Stüberl vor fünf Jahren verschwunden.

Daneben soll freilich auch Neues für die Nachwelt festgehalten werden – das gerade laufende Maibaumstüberl samt Aufstellen zum Beispiel.

Doch nicht nur alteingesessene Wiflinger soll die Homepage ansprechen, sondern auch Neubürger, die sich hier über ihre neue Heimat informieren können. Und vielleicht findet der eine oder andere Neu-Wiflinger dadurch auch Anschluss, hofft Wanderer – als Mitglied im Verschönerungsverein zum Beispiel. Was dieser das ganze Jahr über an Aktivitäten anbietet, kann man im Veranstaltungskalender auf der Homepage ebenfalls nachlesen.

Historisches gesucht

Wer alte Unterlagen und Fotos über Wifling hat, die er für die Homepage zur Verfügung stellen möchte, erreicht Carmen Siegl und Robert Wanderer per E-Mail unter info@wifling.eu.

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