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Pfarrer Dr. Guy-Angelo Kangosa feiert heute seinen 50. Geburtstag. Er lebt mittlerweile in Stockdorf im Kreis Starnberg. 

Pfarrer Guy-Angelo Kangosa 

Im Landkreis für immer dahoam

Ende Oktober 2016 wurde Pfarrer Guy-Angelo Kangosa von seinen Aufgaben im Pfarrverband Walpertskirchen entbunden. Zum Jahreswechsel hat er den Landkreis verlassen. Was der Geistliche, der heute 50 Jahre alt wird, jetzt macht, erzählt er im Gespräch.

Wörth/Stockdorf – Pfarrer Dr. Guy-Angelo Kangosa, der seit 2009 in den Gemeinden Neuching, Wörth und Walpertskirchen seelsorgerisch tätig war, hat den Landkreis zum Jahresbeginn verlassen (wir berichteten). In seiner neuen Wirkungsstätte in Stockdorf im Landkreis Starnberg ist er gut angekommen.

Wie berichtet, war Kangosa voriges Jahr „ehrenhaft von seinem Amt entpflichtet“ worden, so der offizielle Wortlaut. „Die Art und Weise war brutal“, sagt der Pfarrer nun im Gespräch mit unserer Zeitung, stellt aber gleichzeitig fest: „Ich kann mich gut erholen nach dem Schlaganfall.“

Kangosa, der heute seinen 50. Geburtstag feiert,wohnt in Stockdorf im Pfarrhaus. Der kleine Pfarrverband im Würmtal hat fünf Kirchen und sechs Seelsorger. Er selbst halte vier Messen in der Woche und ist zufrieden: „Ich komme gut klar mit den Leuten und Mitbrüdern“, erzählt Kangosa, der an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert hat.

Seine Umbruchzeitnahm er zum Anlass, um innerhalb von zwei Monaten ein Büchlein zu vollenden. Der Titel: „Ein Mensch ist nichts ohne seine Mitmenschen (Bantu-Völkerweisheit) – Afrikanische Tradition in Bezug auf die biblische Auslegung“. Die Arbeit ist im Oberdinger Reimo-Verlag erschienen und kostet 9,90 Euro. „Mit diesem Buch will ich zeigen, wie es dank der biblischen Botschaft möglich ist, Hass und Unruhe zu überwinden und Brücken zwischen verschiedenen Kulturen und Völkern zu bauen“, schreibt der Theologe als Einführung.

Brücken gebaut hat der gebürtige Kongolese noch in ganz anderer Hinsicht: Mit großem persönlichem Einsatz und engagierten Mitstreitern gelang es Kangosa, in Luzolo im Kongo eine Schule mit angegliedertem Gesundheitszentrum zu errichten (wir berichteten). „Früher mussten die Menschen mindestens 100 Kilometer zu Fuß gehen“, sagt Kangosa zur ärztlichen Versorgung. Zur Schule gehören eine Grundschule und ein Gymnasium, gerade sei eine Berufsschule im Bau. „Wir brauchen das Handwerk“, sagt Kangosa. Geplant sei überdies ein landwirtschaftlicher Bereich zur Selbstversorgung.

2012 habe er mit dem Projekt begonnen, den Grundstein gelegt und den Anstoß zur tätigen Selbsthilfe gegeben – damals ohne Finanzmittel. „Es ist wie ein Wunder, es hat geklappt“, so der Geistliche, der sich für die große Spendenfreudigkeit in Deutschland, in der Schweiz und in Frankreich bedankt. Wie berichtet, gehört unter anderem die Erdinger Grundschule am Ludwig- Simmet-Anger zu den regelmäßigen Unterstützern – erst kürzlich wurden Spenden übergeben.

„Ich bin sehr gerne Seelsorger und Dozent. Beide Pole sind für mich wichtig“, sagt der Geistliche zu seinen Tätigkeitsbereichen. Er genieße es, jedes Jahr in den Kongo zu fliegen, um seine Familie zu sehen und Vorlesungen zu halten. Dann freue er sich aber auch wieder auf Deutschland. Zum Thema Heimat befragt, sagt Kangosa schmunzelnd: „In der Welt zuhause, in Bayern dahoam“ – und ganz besonders im Landkreis Erding, wo über die Jahre viele Freundschaften entstanden sind.

Vroni Vogel

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