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Ansturm auf die SPD-Veranstaltung zum geplanten Bahnausbau im Hörlkofener Sportheim: Das Thema mobilisierte die Bürgerschaft. 

Informationsveranstaltung

 Bahnausbau „eine Fahrt ins Ungewisse“

Große Sorgen haben die Bürger der betroffenen Gemeinden wegen des Ausbaus der Bahnstrecke München – Mühldorf. Die Kommunalpolitik fordert nicht zuletzt Planungssicherheit.

Hörlkofen – Von diesem Ansturm waren selbst die Organisatoren überwältigt. Es herrschte drangvolle Enge am Mittwochabend im Hörlkofener Sportheim. Zur Informationsveranstaltung zum geplanten Bahnausbau der Strecke München – Mühldorf auf Einaldung der beiden SPD-Ortsvereine der Gemeinden Wörth und Walpertskirchen mit dem Bundesabgeordneten Ewald Schurer viele interessierten Bürgerinnen und Bürger gekommen.

Man dürfe sich durch das Großprojekt nicht auseinanderdividieren lassen, da es überall Betroffenheiten gebe, bilanzierte SPD-Ortsvorsitzende und Wörths Vizebürgermeisterin Ulla Dieckmann. Außerdem soll auf übergeordneter politischer Ebene versucht werden, das veraltete Eisenbahnkreuzungsgesetz zu ändern, um die Gemeinden zu entlasten. Das Gesetz sorgte für Kopfschütteln bei der Zuhörerschaft. „Die Bahn will es machen. Das ist doch ihre Sache. Warum sollen dann die Gemeinden zahlen?“, empörte sich eine Bürgerin.

Die immense Kostenlast für Brückenbauwerke, Über- und Unterführungen, die den Kommunen droht, war ein zentrales Thema. Wörths Gemeindechef Thomas Gneißl (ÜPWG) pochte erneut darauf, eine Überprüfung für alle Varianten der Bahnquerung und auch für eine Ortsumfahrung an die Hand zu bekommen, um „belastbare Aussagen“ und eine gewisse Planungssicherheit zu erhalten. „Wir sollen eine Kostenverpflichtung eingehen auf einer Fahrt ins Ungewisse“, kritisierte Gneißl und sagte klipp und klar zum derzeitigen Stand: „Wir unterschreiben nichts!“

„Es kann sein, dass die Gemeinden ausgeblutet werden“, befürchtete die Walpertskirchener SPD-Ortsvorsitzende und Gemeinderätin Beate Aust. Wie in Hörlkofen gebe es auch in der Nachbargemeinde eine gravierende Lärmschutzproblematik. Aust verwies auf die jetzt schon beachtliche Höhe des Bahndamms. Vier Meter hohe Schallschutzwände würden den Ort gewaltig zerschneiden.

Walpertskirchens Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) forderte ein neutrales Büro für alle betroffenen Gemeinden, das die Bahnplanungen überprüfe. Am 4. Juli gebe es ein erneutes Treffen aller zwölf Kommunen, um sich abzustimmen.

Ein Diskussionsteilnehmer aus Walpertskirchen warnte davor, sich bei unterschiedlicher Interessenslage gegenseitig ausspielen zu lassen. Das bekräftigte auch Kristina von Stackelberg von der Bürgerinitiative Schwarzhölzl, die gegen die beschlossene Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange ist. Vielmehr gehe es um gute Lösungen auf der bestehenden Strecke, meinte sie.

MdB Schurer betonte die übergeordnete strategische Bedeutung der Mühldorfer Bahntrasse als Entlastungsstrecke für die Rosenheimer Trasse und prognostizierte fürs nächste Jahrzehnt: „Es kommt auf uns eine klare Ausbaudimension zu.“ Der SPD-Politiker mahnte: „Der Bahn muss man klare Vorgaben machen. Wir müssen schauen, dass sich die Gemeinden auf die Hinterbeine stellen.“

von Vroni Vogel

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