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Alaa Alkayal (22) aus Syrien ist frischgebackener Medizinstudent.

Interview 

Vom Asylheim an die Uni

Eine beachtliche Erfolgsgeschichte: Der 22-jährige Syrer Alaa Alkayal lebt seit eindreiviertel Jahren in Deutschland, davon die längste Zeit in der Unterkunft in Hörlkofen. Er lernte in Rekordzeit deutsch, überwand alle bürokratischen Hürden und hat eben sein Studium der Humanmedizin in Regensburg begonnen.

HörlkofenEine beachtliche Erfolgsgeschichte: Der 22-jährige Syrer Alaa Alkayal lebt seit eindreiviertel Jahren in Deutschland, davon die längste Zeit in der Unterkunft in Hörlkofen. Er lernte in Rekordzeit deutsch, überwand alle bürokratischen Hürden und hat eben sein Studium der Humanmedizin in Regensburg begonnen.

Der Hörlkofener Helferkreis Asyl unterstützte den jungen Mann auf seinem Weg. Der hilfsbereite Syrer engagierte sich ehrenamtlich und setzte seine Deutschkenntnisse ein, um den Mitbewohnern bei vielen Dingen des alltäglichen Lebens unter die Arme zu greifen. Jetzt beginnt für den frischgebackenen Studenten ein neuer Lebensabschnitt. Darüber sprachen wir mit Alaa Alkayal.

-Herr Alkayal, Warum sind Sie nach Deutschland gekommen und was haben Sie in Ihrem Heimatland gemacht?

Alaa Alkayal: Ich stamme aus Damaskus, der Hauptstadt von Syrien, und bin wegen des Krieges geflohen. Der Hauptgrund war das Militär. Ich wollte kein Blutvergießen. In Deutschland habe ich subsidiären Schutz bekommen und befinde mich im Klageverfahren, um als Flüchtling die volle Anerkennung zu erhalten. In Damaskus habe ich mein Abitur gemacht.

-Was ist Ihr Berufsziel?

Alkayal: Schon als Kind habe ich davon geträumt, Mediziner zu werden. Meine Tante und mein Onkel sind Ärzte.

-Was waren die nächsten Schritte, um diesem Ziel näher zu kommen?

Alkayal: Ich bin ohne Deutschkenntnisse hierher gekommen und habe sofort begonnen, deutsch zu lernen. In einem ersten Schritt habe ich das Sprachangebot des Helferkreises angenommen. Das war sehr wichtig für mich. Als ich die Zusage vom Bundesamt bekam, einen Integrationskurs besuchen zu können, bin ich in München in die Schule gegangen, um intensiv deutsch zu lernen.

-Welche Deutschabschlüsse haben Sie erworben?

Alkayal: Ich habe den B1-Kurs bestanden, dann den B2-Kurs und schließlich den C1-Kurs. Das ist die zweithöchste Stufe. Einen C2-Kurs bräuchte man, wenn man Germanistik studieren wollte. C1 reicht für alle anderen Studiengänge.

-Wie lange haben Sie für diese Abschlüsse gebraucht?

Alkayal: Ich habe dieses Ziel innerhalb von zehn Monaten erreicht. Der B2-Kurs wurde vom Helferkreis vorfinanziert, damit ich schnell studieren kann.

-Wann haben Sie begonnen zu studieren?

Alkayal: Am 16. Oktober habe ich mein Studium der Humanmedizin an der Universität in Regensburg begonnen. Ich habe sogar ein Zimmer in der Nähe der Uni gefunden, was schwierig war. Da hat mir Ulla Dieckmann (Koordinatorin des Hörlkofener Helferkreises, Anm. d. Red.) sehr geholfen.

-Was wünschen Sie sich für Ihre persönliche Zukunft?

Alkayal: Ich wünsche mir, dass ich Kinderchirurg werden und vielen Menschen helfen kann. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der Flüchtlingshilfe im Warteraum Erding. Ich habe bereits in der medizinischen Versorgungseinrichtung gearbeitet.

-Fällt der Abschied von Hörlkofen schwer?

Alkayal: Er fällt mir sehr schwer. Aber ich komme immer wieder zu Besuch. Regensburg ist ja nicht so weit weg.

Das Interview führte Vroni Vogel.

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