Mal fröhlich, mal nachdenklich sind die Lieder von Julian Wittmann, der am Freitagabend auf dem Hartplatz der Schule Wörth spielte. Die Maibaumfreunde Wörth als Veranstalter hatten für das nötige Hygiene- und Abstandskonzept gesorgt.
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Mal fröhlich, mal nachdenklich sind die Lieder von Julian Wittmann, der am Freitagabend auf dem Hartplatz der Schule Wörth spielte. Die Maibaumfreunde Wörth als Veranstalter hatten für das nötige Hygiene- und Abstandskonzept gesorgt.

Julian Wittmann live in Wörth

Texte direkt aus dem Leben heraus

Sein Publikum begeistert hat Musikkabarettist Julian Wittmann. Er hat live auf dem Hartplatz der Schule Wörth gespielt.

Wörth– Endlich wieder auf der Bühne stehen: „I gfrei mi so“, sagte Kabarettist Julian Wittmann am Freitagabend. Nach der Corona-Zwangspause sei er schon ein bisschen aufgeregt, in Wörth unter freiem Himmel zu spielen. Vom Lampenfieber merkte das Publikum allerdings rein gar nichts. Von Lied zu Lied steigerte sich die Stimmung, fand den Höhepunkt in dem extra für die Wörther Maibaumfreunde komponierten Song „Auf da Hütt’n mit 92 Leid“.

Mehr als 100 Zuschauer

„S’Lem“ ist so eine Sache. Und gerade über das Leben singt Filmemacher und Musikkabarettist Julian Wittmann am Liebsten. Wenn es ihm mit 27 Jahren auch noch ein bisschen an Lebenserfahrung fehlt, so kompensiert er dies bravourös mit Fantasie. „Um hoibe Sechse leit da Wecker, zwoa Stund vorher schreit scho’s Kind. I schlaf seit zwei Jahr auf’m Sofa, weil’s im Bett zu nix mehr kimmt.“ Mehr als 100 Zuschauer klatschten begeistert am Hartplatz der Wörther Schule. Und am Lebensende? „Da werd’s ma klar, dass’ so, wia i mi entschiedn hob, oiwei richtig war“, so der Liedermacher.

„Julian Wittmann spielt direkt aus dem Leben raus, bringt die Texte auf den Punkt“, findet Stefan Schimmer, Vorstand der Wörther Maibaumfreunde. „Er erzählt von Geschichten, die es so tatsächlich gibt – seine Lieder stimmen mal fröhlich, mal nachdenklich.“ Der Vereinschef bringt dabei selbst auf den Punkt, was die Maibaumfreunde am Freitagabend allesamt dachten – immerhin gehörte das Gros des Publikums beim Open-Air-Konzert zum Verein: „Ein Top-Auftritt.“ Neben Wittmann haben die Maibaumfreunde auch Roland Hefter für gleich zwei Auftritte (am Sonntag/Montag, 19./20. Juli) nach Wörth geholt. Wie berichtet wurde nun im Freien nachgeholt, was eigentlich im Maibaumstüberl im April hätte stattfinden sollen.

Ein Lies über einen Ausflug der Maibaumfreunde

Doch Wittmann kann freilich auch richtig lustig. Dem Lengdorfer ist es dabei wichtig, nicht irgendein Standardrepertoire abzuspielen, sondern auf die Gastgeber einzugehen. Deshalb komponierte er auch noch kurz vor der Vorstellung ein modernes „Gstanzl“, ein Lied über einen Ausflug der Maibaumfreunde – „Auf da Hütt’n mit 92 Leid“, eine feuchtfröhliche Geschichte: Schon wenige Kilometer hinter Wörth muss der Bus an der ersten Raststätte halten. Denn wer viel Bier trinkt, der bieselt schließlich auch viel. Wittmann baute alkoholbedingte Anekdoten in seinen Song ein, erzählte von lustigen Episoden und nannte die Leute sogar beim Namen. Bei diesem Song kam so richtig Stimmung auf.

Die Sonne ging unter, es wurde dunkel. Und Wittmann spielte immer noch. Denn die Wörther ließen den Kabarettisten nicht von der Bühne, verlangten vier Zugaben. „Ein zusammengeschustertes Programm“, fasste Wittmann zusammen. Doch alle hatten viel Gaudi – die Maibaumfreunde, aber auch der Künstler.

Und genau darum geht es Wittmann, der selten in seinen Texten politisch wird. Die Künstler würden in der Corona-Krise stiefmütterlich behandelt, hätten keine Lobby. „Im Flieger darf man sitzen – Veranstaltungen sind hingegen streng limitiert.“ Und weiter: „Ich finde es cool, dass die Wörther Maibaumfreunde dieses Konzert organisiert haben, auch wenn es wegen der Beschränkungen und des Hygienekonzepts sehr aufwendig für die Veranstalter war.“

Er sei dankbar gewesen, am Hartplatz der Schule auf der Bühne stehen zu dürfen: „Kulturelle Veranstaltungen gehören zum Leben – und jetzt ist wichtig, dass das Publikum sich auch wieder traut, zu Konzerten zu gehen.“

Michaele Heske

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